Auktion 270 | 09.06.2016 14:00 Uhr | Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst

Peter Doig | „Jetty“.

Peter Doig: „Jetty“.

Los 840 – Highlight

  • Ergebnis:  50.000*

Peter Doig

1959 Edinburgh

„Jetty“.

Bleistift auf Maschinenbütten. 1996. Ca. 25 : 19 cm. Verso signiert, datiert und betitelt.

Details

Provenienz: Contemporary Fine Arts, Berlin;
Gesellschaft für aktuelle Kunst, Bremen;
Privatsammlung, Oberösterreich.

Beschreibung

Peter Doigs Zeichnung „Jetty“ steht in enger Verbindung zum gleichnamigen Gemälde von 1994. Sie übernimmt den Bildaufbau und die Binnenstruktur des großformatigen Werkes. Der Bootssteg im Vordergrund, das auf den See hinausfahrende Kanu, die flankierenden Lichtreflexe und das den See überragende, zu ihm hin abfallende Bergmassiv sind in den beiden Kompositionen identisch. Das Gemälde von 1994 zählt zu den zentralen Werken des Malers, entstanden in einem Jahr, das bis heute zu den wichtigsten seiner künstlerischen Entwicklung zählt. In diesem Jahr erhielt er den Turner Preis und hatte seine erste Einzelausstellung bei Gavin Brown’s Enterprises in New York. Für dieses Projekt hat Doig „Jetty“ selbst ins Auto gepackt und den Weg von Ontario nach Manhattan zurückgelegt, um persönlich sicherzustellen, dass das Gemälde in der Ausstellung vertreten ist. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den „Jetty“ für den Künstler selbst besitzt. Das Motiv geht zurück auf eine Postkarte des Cameron Lakes in Kanada. Für den Künstler ist Kanada Ideal- und Sehnsuchtsort zugleich. Doig lebte einige Jahre in Kanada und nennt diese Jahre noch heute prägend für seine visuelle Vorstellung von Landschaft. Geradezu emblematisch für sein Werk ist das Kanu, in zahlreichen seiner Kompositionen kehrt es wieder. In ihrer melancholischen Grundstimmung zeigen die Themen- und Bildwelten von Peter Doig eine enge Verwandtschaft zu Casper David Friedrich. Auch bei Doig ziehen die weiten Landschaften in Bann und stimmen nachdenklich beim Anblick der darin einsam wandelnden Menschen. Er transformiert das Motiv der Postkarte, eines Massenproduktes, in eine Allegorie auf das menschliche Dasein, darin unterscheidet sich Doig von Friedrich und zeigt ihn als Vertreter unserer Zeit. In der Zeichnung wechselt das Thema noch einmal das Medium, die Präzision und Ausgewogenheit des Gemäldes spiegelt sich in den feinen, sorgfältig ausgeführten Linien des Bleistifts wider. Auf Papier in kleinem Format findet sich das Konzentrat dessen, was die besondere Qualität von „Jetty“ ausmacht. – Von sehr guter Erhaltung.

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