Auktion 283 | 07.06.2018 11:00 Uhr | Zeitgenössische Kunst & Kunst nach 1945

Blinky Palermo | Folge von 4 Bll.: 4 Prototypen

Blinky Palermo: Folge von 4 Bll.: 4 Prototypen
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Los 924

  • Ergebnis:  31.300*

Blinky Palermo

1943 Leipzig – Kurumba/Malediven 1977

Folge von 4 Bll.: 4 Prototypen

Serigraphie in Blau (1), Grau (1), Schwarz (1) und Grün (1) auf weißem Bristolkarton. (19)70. Je ca. 60 x 60 cm. Eines von 90 nummerierten Exemplaren. Signiert und datiert unten rechts.

Details

Jahn 7.

Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Blinky Palermos Thema ist Farbe und Form. Seine künstlerische Entwicklung vollzieht sich schnell, sein Gesamtwerk entstand in weniger als 15 Jahren. Obwohl Palermo keine theoretischen Ansätze verfolgte, gibt es ein klares Bekenntnis zu geometrischen Ordnungsprinzipien in seinen Gestaltungsmitteln. Ab Mitte der 1960er Jahre ist eine präzise Formulierung seiner künstlerischen Fragen zu erkennen, die sich in allen Werkphasen widerspiegelt. Zu Beginn sind es Experimente mit Farben und Formen auf Leinwänden. Der Künstler verlässt den klassischen Bildträger Leinwand jedoch schon früh und widmet sich anderen Materialien. Es folgen Wandobjekte, Stoff- und Metallbilder sowie Wandmalerei. Ihnen allen liegt ein polares Kompositionsschema zugrunde: Palermo setzt Kontraste wie Hell und Dunkel, ruhige und bewegte Linien oder Fläche und Raum. Der Künstler löst die visuelle Wahrnehmung, die in der Malerei zunächst von der Leinwand determiniert wurde und transformiert sie in ein Environment. Mit Blinky Palermo wird Malerei räumlich erfahrbar. Lediglich die Wahrnehmung ist noch an das Materielle gebunden, die ausgelöste, alle Sinne ansprechende Erfahrung ist immateriell. Beim Experiment mit unterschiedlichen Medien gab es frühe Versuche mit druckgraphischen Verfahren. Palermo verwarf die Idee jedoch wieder, nachdem 1966 der Druck eines blauen Dreiecks nach der Vorlage einer Gouache nicht das gewünschte Ergebnis erzielte. Erst 1970 konnte der Münchner Galerist Fred Jahn ihn zu einem erneuten Versuch überreden. Anders als beim ersten Mal bestand nun die Möglichkeit, das Medium als Teil des großen Farb- und Formexperiments anzugehen, nicht wie zuvor im Sinne einer Reproduktion. Der zweite Anlauf glückte und die Graphik kam als Werkgruppe hinzu, durchdrungen vom Willen zum Malerischen. Die bis zum frühen Tod Palermos 1977 entstandenen Blätter zählen zum Qualitätvollsten und Schönsten, was die Druckgraphik der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Zeitlos und von ungebrochener Intensität. – Herausgegeben von der Galerie Heiner Friedrich, München, im Verlag Gernot von Pape, München. – Schwach gebräunt und partiell mit winzigen Fleckchen, vereinzelte schwache Bereibungen und minimale Fleckchen, zum Teil auch in den Farbflächen, Kanten mit geringfügigen Rahmungsspuren. Knickspuren an zwei Ecken sowie schwache bräunliche Wasserflecken links oben (1). Insgesamt in guter Erhaltung.

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