Auktion 286 | 06.12.2018 11:00 Uhr | Zeitgenössische Kunst

Franz-Erhard Walther | Den Körper hinzu und „Ich bin die Skulptur“

Franz-Erhard Walther: Den Körper hinzu und „Ich bin die Skulptur“
Franz-Erhard Walther: Den Körper hinzu und „Ich bin die Skulptur“
Franz-Erhard Walther: Den Körper hinzu und „Ich bin die Skulptur“

Los 932

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Franz-Erhard Walther

1939 Fulda

Den Körper hinzu und „Ich bin die Skulptur“

Wandformation (7-teilig) und Zeichnung.
Baumwollstoff, Holz. (1983). Ca. 275 x 270 x 30 cm. Aquarell und Bleistift auf Velin. (19)83. Ca. 86 x 61 cm. Signiert und datiert unten rechts. Verso bezeichnet mit „Kunstverein Braunschweig 1985“.31119

Details

Literatur: Franz Erhard Walther, „Ich bin die Skulptur“ Wandformationen 1978 – 1985, Hrsg. Kunstverein Braunschweig 1986, mit Abb. S. 133;
das Haus in dem ich wohne, Die Theorie zum Werkentwurf von Franz Erhard Walther, Hrsg. Lingnern, Michael, Klagenfurt 1990, mit Abb. S.164;
Franz Erhard Walther, Ort der Entstehung – Orte der Wirkung, Ausstellungen 1962-2000, Hrsg. Köttering, Martin, Städtische Galerie Nordhorn 1999, mit Abb. Nr. 209;
Franz Erhard Walther – Die Bilder sind im Kopf, Hrsg. Städtisches Museum Heilbronn 2011, mit Abb. S.26;
Franz Erhard Walther, The Body Decides, Hrsg. WIELS Contemporary Art Centre, Brussels 2014, mit Abb. S. 7.

Ausstellung: Kunstverein, Braunschweig 1986;
rittergallery, Klagenfurt 2003;
ICA, John Bock Klüttenkammer, London 2004;
Kunsthalle Vogelmann, Städtische Museen Heilbronn 2011.

Provenienz: Privatsammlung, Klagenfurt, direkt beim Künstler erworben.

Beschreibung

„Ich halte den Gesamtzusammenhang meiner Arbeit wach, und zwar nicht, um einen Stil zu konstruieren, sondern weil ich inmitten dieses Zusammenhanges lebe.“ (Franz Erhard Walther, in: Ausstellungskatalog Städtische Galerie Nordhorn, 1999, S. 9.). Das konsequente Leben im Zusammenhang seines Werkes zeichnet den Künstler Franz Erhard Walther aus. Er ist sowohl der radikalste als auch stillste Impulsgeber der neueren Kunstgeschichte. Mit seinen Experimenten zur partizipativen Kunst formuliert er den Begriff des Werkes neu. Er hinterfragt die Rolle des Betrachters als passiven Rezipienten und fordert ihn zur aktiven Partizipation auf. Walther studierte, wie seine weitaus namhafteren Künstlerkollegen Gerhard Richter und Sigmar Polke, in den 1960er Jahren bei Karl Otto Götz an der Düsseldorfer Kunstakademie. Er selbst lehrte mehr als 30 Jahre an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und ist der Lehrer von so unterschiedlichen Künstlern wie Rebecca Horn, Martin Kippenberger, Santiago Sierra oder Jonathan Meese. Franz Erhard Walther ist der Inbegriff dessen, was heute als „artist´s artist“ bezeichnet wird, ein Künstler, dessen Bedeutung vor allem in der Wirkung seiner Ideen auf nachfolgende Künstlergenerationen liegt. Entsprechend dieser spät erkannten, herausragenden Qualität seines Werkes wurde Franz Erhard Walther erst 2017 mit dem „Goldenen Löwen“ der Biennale di Venezia ausgezeichnet. „Den Körper hinzu“ von 1983 steht inmitten dieses gelebten Werkzusammenhangs. Bis 1979 schuf Walther die sogenannten „Werksatzarbeiten“ und „Werkzeichnungen“. Diese Werke sind als rein analytisch einzuordnen, die verwendeten Stoffe sind einfarbig, die räumlichen Setzungen, die zur Partizipation einladen, sind am Boden orientiert. Vor allem besitzen die bis dahin entstandenen Zeichnungen eine vollkommen andere Anmutung als das, was folgt. Es handelt sich zunächst um DIN-A4-Formate, die den Charakter von Entwurfsskizzen haben. Ende der 1970er Jahre sucht der Künstler nach einem Medium von höherer Bildqualität, um den bis dahin gemachten analytischen Erfahrungen Gestalt zu verleihen. Schließlich findet er die Lösung in den „Wandformationen“. Walther entdeckt Wand und Farbe und legt somit den Grundstein für eine neue Werkgruppe. Charakteristisch für die „Wandformationen“ sind großformatige Installationen und Stoffe in kräftigen Farben. Eine vollkommen neue, sinnliche Qualität ist von nun an zu erleben. Aufgrund der Größe wirken sie auf den Betrachter geradezu erhaben. Das vorliegende Beispiel „Den Körper hinzu“ ist prototypisch für die Gruppe der „Wandformationen“ und findet sich in der Literatur zum Künstler häufig als Abbildung. Auch die dazugehörige Zeichnung zeugt von der neuen Sinnlichkeit der Werke, sie besitzt hohe Plastizität und ein fein ausgewogenes Kolorit. Das Papierformat ist nun weit mehr als DIN-A4. Franz Erhard Walther beschäftigt sich viele Jahre sehr intensiv mit den „Wandformationen“. Unüberwindbar scheint ihm der Widerspruch der Rezeption: Der Betrachter kann davor stehen und das Tableau betrachten, er kann darin stehen und das Werk damit vollenden oder er tritt an es heran, um Details zu betrachten, dann jedoch ist es fragmentiert, weil er es nicht mehr überblicken kann. – Von sehr guter Erhaltung.

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