Auktion 296 | 16.07.2020 11:00 Uhr | Moderne Kunst

Egon Schiele | Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend

Egon Schiele: Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend
Egon Schiele: Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend
Egon Schiele: Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend

Los 409

  • Ergebnis:  100.000*
  • Auktionsinfo

    Moderne Kunst

    Titelbild:
    Henry Moore, Two seated figures against wall, 1960
    © The Henry Moore Foundation. All Rights Reserved/VG Bild-Kunst, Bonn 2020

  • Unsere Experten

Egon Schiele

1890 Tulln/Donau – Wien 1918

Dame im Profil, auf einem Stuhl sitzend

Farb- und Bleistift auf braunem Papier. (19)09. Ca. 45,5 x 32 cm. Signiert und datiert unten links.

Details

Kallir D 270.

Ausstellung: Egon Schiele. Paintings, Watercolours and Drawings, Marlborough Fine Art, London 1964, Kat.-Nr. 86, Abb. 2;
Internationale der Zeichnungen, Mathildenhöhe, Darmstadt 1967, Kat.-Nr. 7.

Provenienz: Galleria Galatea, Turin;
Marlborough Fine Art, London;
Christie’s, London 28.6.1977, Auktion Abigail, Los 32;
Christie’s, London 27.6.1978, Auktion Linda, Los 119;
Sammlung, Deutschland.

Beschreibung

Das Porträt einer sitzenden Dame im Profil schuf Egon Schiele bereits mit 19 Jahren. Der viel zu früh verstorbene Künstler zeigt schon hier seine Meisterschaft in der Zeichnung und sein frühes Drängen die künstlerische Berufung gegen den Willen seiner Familie durchzusetzen. Mit sicherem und lockerem Strich zugleich hält Schiele eine unbekannte Dame der Gesellschaft in schöner Robe fest. Dabei fokusiert er sich bei seiner detaillierten Ausführung auf den Kopf, die Halspartie, die zarte Andeutung der Brust, die Armpartie und auf die Schuhe der Dargestellten. Die Dame, die ihr Haar mit Kämmen hochgesteckt hat und direkt vor sich auf den Boden blick, trägt herabhängende Ohrringe. Auf weitere Details der Kleidung verzichtet der Künstler. Schiele moduliert mit sehr zarten Strichen nur ihre Gesichtspartien und erhöht ihre Lippen mit etwas Weiß. Die sonst dunkel gehaltenen Stellen der streng wirkenden Kleidung weicht der Künstler mit einem Blauton im Haar ein wenig auf, führt hier aber auch mit Bleistift einzelne Bereiche etwas dunkler aus, um mehr Lebendigkeit zu erzeugen. Bereits 1906 tritt Schiele in die Akademie der bildenden Künste in Wien ein und studiert bei Professor Griepenkerl. 1907 bezieht er sein erstes Atelier und im Entstehungsjahr der Zeichnung beteiligt er sich an der Internationalen Kunstschau in Wien. Die Zeichnung steht so beispielhaft für diese frühe Werkphase, von der sich Schiele mehr und mehr zu lösen versucht, um seinen eigenen expressiveren Weg einzuschlagen. – Vereinzelte winzige Fleckchen, Ränder mit überwiegend feinen Knickspuren, verso an den oberen Ecken montiert, insgesamt gut.

Künstlerverzeichnis
Finden Sie weitere Arbeiten dieses Künstlers in unserem Künstlerverzeichnis.
Sie besitzen ein ähnliches Werk?
Lassen Sie Ihr Werk von unseren Experten schätzen. Füllen Sie unsere Schätzanfrage aus.

    * Alle Angaben inkl. Aufgeld (25%) ohne MwSt. und ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.
    ** Alle Angaben zzgl. Aufgeld (25%) und MwSt. und ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.
    *** Unter Vorbehalt: Nachverkaufspreise von unter Vorbehalt zugeschlagenen Werken auf Anfrage.
    Die private oder gewerbliche Vervielfältigung und Verbreitung aller im Ausstellungs- und Auktionsarchiv angezeigten Werkabbildungen ist unzulässig. Alle Rechte vorbehalten.