Auktion 295 | 16.06.2020 11:00 Uhr | Kunst des 19. Jahrhunderts

Fidus (Hugo Höppener) | Blaue Landschaft

Fidus (Hugo Höppener): Blaue Landschaft
Fidus (Hugo Höppener): Blaue Landschaft

Los 211

  • Ergebnis:  5.600*

Fidus (Hugo Höppener)

1868 Lübeck – Berlin 1948

Blaue Landschaft

Gouache auf festem Velin. Ø 17,3 cm. Signiert unten rechts. Verso unleserlich bezeichnet.

FIDUS und sein Kreis
FIDUS – der Getreue, wie ihn sein Lehrer Karl Wilhelm Diefenbach genannt hat –, dieser Weltverbesserer und Visionär, Theosoph und Esoteriker, war um 1900 und danach einer der bekanntesten Maler und Illustratoren in Deutschland. „Das Zerfallen des Atoms war in meiner Seele dem Zerfall der ganzen Welt gleich. Plötzlich fielen die dicksten Mauern. Alles wurde unsicher, wackelig und weich“, konstatierte 1913 Fidus‘ Kollege Wassily Kandinsky. Die Situation um 1900 war der heutigen nicht unähnlich, auch heute löst eine Krise die andere ab, können wir im Tempo der Veränderung kaum mithalten und eine allgemeine Verunsicherung, besonders seit der Corona-Krise, ist inzwischen unser ständiger Begleiter – dies mag den momentanen Erfolg von Fidus auf dem Kunstmarkt erklären, dass er für Themen künstlerischen Ausdruck fand, die uns auch heute noch berühren.
Die Kunst wurde damals zum utopisch-visionären Experimentierfeld, suchte nach Ausdrucksmöglichkeiten, den Lebenszwängen eine andere Welt entgegenzusetzen, die Welt im künstlerischen Prozess zu transformieren. Kaum ein anderer Künstler als Fidus hat diesen Gedanken in seinem Werk mehr Ausdruck verliehen, das zunehmend utopischen Charakter erlangen sollte. Sein Werk gerät zur Positionsbestimmung des menschlichen Individuums und fordert eine neue Beziehung zur Natur, die sich in Reinheit, Einfachheit und Natürlichkeit manifestiert.
Diese letztlich in der Lebensreformbewegung gründenden Ideen verschafften Fidus eine große Anhängerschaft, zu der auch die Schriftstellerin Gertrud Prellwitz (1869-1942) gehörte, für deren 1930 erschienenen Roman „Treue“ Fidus eine Vignette gestaltete (Los 212). Zu ihr gehörte auch der ewige Schwarmgeist Ludwig Fahrenkrog, ein zu spät geborener Romantiker, der zwischen Jugendstil und Symbolismus wechselte, doch zunächst – obwohl der Religion skeptisch begegnend – der christlichen Kunst verpflichtet war. Seine Studie zur Kreuzigung (Los 213) – wohl für seine „Kreuzigung Christi“, die von der Stadt Mülheim an der Ruhr erworben wurde – macht aus Christus keinen leidenden Gottessohn, sondern den zweifelnden Gottsucher.

Details

Provenienz: Privatbesitz, Berlin.

Beschreibung

In sehr guter Erhaltung.

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