Otto Dix

(1891 Gera – Singen 969)

1905-1909 absolvierte Dix eine Dekorationsmalerlehre in Gera und ging dann 1910-1914 an die Kunstgewerbeschule in Dresden. 1914 erlebte er den Krieg als Frontsoldat in Frankreich und Russland. Nach dem Krieg konnte er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden fortsetzen. 1919 war er Mitbegründer der Dresdner Sezession und wurde Teil der Berliner Dada-Bewegung. 1922 zog Dix nach Düsseldorf und ging an die Kunstakademie. Hier bewegte er sich im Umfeld der Galeristin Johanna Ey und trat der Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“ bei. Das Wallraff-Richartz-Museum in Köln kaufte 1923 das heute verschollene Gemälde „Schützengraben“, einer alptrauartigen Momentaufnahme der Kriegsgreuel, das für heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit sorgte. Anlässlich des „Antikriegsjahres“ 1924 wurde das großformatige Ölbild in der Akademie der Künste in Berlin ausgestellt. Der Galerist Karl Nierendorf gab 1924 Dix` Graphikmappe „Der Krieg“ heraus. 1925 zog Dix nach Berlin und nahm an der Wanderausstellung „Neue Sachlichkeit“ teil. Gefördert durch die Galerien Nierendorf und Thannhäuser feierte er zahlreiche künstlerische Erfolge. 1933 verlor Dix seine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Dresden, über 260 seiner Werke wurden beschlagnahmt. 1937 wurden seine Arbeiten in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Dix arbeitete während der Kriegsjahre nur noch im Verborgenen. Nach 1945 wurde er als Künstler zunehmend zum Außenseiter – er konnte sich weder mit dem Sozialistischen Realismus in der DDR noch mit der abstrakten Nachkriegskunst der BRD identifizieren. Dennoch erfuhr er in beiden Teilen Deutschlands hohe Anerkennung, konnte Ausstellungen veranstalten und erhielt zahlreiche Ehrungen. Der schriftliche Nachlass liegt seit 1976 im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Der Bildnachlass befindet sich im Archiv der Otto-Dix-Stiftung in Bevaix (Schweiz).