Albrecht Dürer

The Birth of the Virgin – The Nativity of Joachim and Anna by the

Details

Bartsch 79 und 80; Meder 191 und 192 II (von III i); Schoch/Mende/Scherbaum 169 und 170 II (von III i).

Descrizione

Blatt 4 und 5 aus der Folge: Das Marienleben. Hervorragender, kräftiger und gratiger Abzug der lateinischen Textausgabe von 1511 und dem dafür gefragten Wasserzeichen. Unten rechts jeweils mit der voll sichtbaren Kustode “Av” bzw. “AiiiJ”, breitrandig. In der Textausgabe von 1511 stehen sich auf einer Doppelseite der lateinische Text des aus dem Nürnberger Benediktinerklosters St. Egidien stammenden Mönchs Benedictus Chelidonius (links) und die ganzseitige Darstellung (rechts) gegenüber. Demnach trägt ein Blatt der Buchausgabe auf der Vorderseite jeweils ein Bild und auf der Rückseite den auf das nachfolgende Blatt bezogenen Text. Die Gedichte schließen sich im klassischen Versmaß von zwölf elegischen Distichen an eine lateinische Überschrift in Großbuchstaben an. Inhaltlich liegen dem Marienleben apokryphe Erzählungen zugrunde (Kindheitsevangelium des Pseudo-Matthäus und der Transitus des Pseudo-Melito).
Dürer schuf die Holzschnitte dieses Bilderzyklus nicht in der Reihenfolge der Erzählung. Vor seiner zweiten italienischen Reise waren 1505 offenbar bereits siebzehn Druckstöcke fertiggestellt, lediglich das Titelblatt und “Marientod” und “Himmelfahrt” folgten 1510. Die Darstellungen dokumentieren das Interesse Dürers an den theoretischen Problemen der Proportion und der Zentralperspektive, was sich in mehreren Blättern der Folge niederschlägt. Das Marienleben wird allgemein als die reifste Schöpfung im Rahmen der Holzschnitte des Künstlers betrachtet. – Papier überwiegend in der unteren rechten Ecke und im Rand etwas fingerfleckig. Vereinzelte winzige Braunfleckchen. Entlang der Bindung mit sechs kleinen Heftlöchlein in der Mitte das Bogens. Wischfleck bei der Kustode “AiiiJ”. Ein winziger Wurmgang im Schultertuch der links sitzenden Figur, ansonsten sehr gut erhalten. Äußerst selten!