Auktion 297 || 16.07.2020

Eduardo Chillida
Lurra G-12 | Schätzpreis: € 150.000/200.000

Schamotte. (1984). Ca. 17 x 19 x 21,5 cm. Seitlich monogrammiert.

„Lurra“ (Plural „Lurrak“) ist das baskische Wort für „Erde“, mit dem Eduardo Chillida seit den 1970er Jahren seine aus Schamotte-Ton geschaffenen Skulpturen bezeichnet. Das Material der Schamotte-Erde liefert ihm ideale Eigenschaften: sie ist kompakt, spröde und lässt nur minimale Verformbarkeit zu. Die künstlerische Arbeit Chillidas besteht somit in erster Linie aus oberflächlichen Eingriffen, wie Subtraktionen durch Einschnitte und Aushöhlungen, Kerbungen, Ritzungen und Einprägungen. Mal sind es nur feine Spuren auf der Oberfläche des Materials, die Chillida vornimmt, mal tiefere Einschnitte, die die homogene Oberfläche aufbrechen und die „Lurrak“-Blöcke quasi öffnen. Jede Skulptur erhält so eine individuelle künstlerische Bearbeitung, die verstärkt wird durch die nicht kontrollierbaren Einflüsse des Brennvorgangs auf die letztendliche Form und Farbe des Materials. Für Chillida ist der Raum, der sich in den puristisch und archaisch wirkenden Plastiken befindet, ein „innerer Raum“, der eine eigene Energie enthält. Die tief eingezogenen Einkerbungen erwecken die Möglichkeit, dieses unbekannte Innere zu öffnen, während die äußeren Flächen blockartig den Raum umschließen und bewahren. – Vereinzelte minimale Bereibungen, insgesamt in guter Erhaltung.

Eduardo Chillida
1924 - San Sebastián - 2002
Lurra G-12 | Schätzpreis: € 150.000/200.000

Schamotte. (1984). Ca. 17 x 19 x 21,5 cm. Seitlich monogrammiert.

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