Auction 292 | 12/04/2019 04:00 pm | Modern Art | PART II

Erich Heckel | White horses

Erich Heckel: White horses

Lot 748

  • Result:  25.800*

Erich Heckel

1883 Döbeln/Sachsen – Radolfzell 1970

White horses

Woodcut in colours on machine-made laid paper. 1912. C. 30.5 x 31 cm (sheet c. 35.5 x 42.5 cm). Signed and dated lower right.

Details

Dube H 242 IV (von IV).

Provenienz: Privatbesitz, Norwegen (wohl von Heckel an Edvard Munch, innerhalb der Familie weitergegeben);
Neumeister, München 15.5.2003, Los 267;
Privatsammlung, Hessen.

Essay

Nach dem Druck des Schwarzstocks wurden mit einem zweiten Druckstock die farbigen Flächen hinzugefügt. Durch die mit dem Pinsel monotypieartig aufgetragenen Farben entsteht so der Eindruck einer Handkolorierung, die von Blatt zu Blatt unterschiedlich ausfällt. Bei diesem Exemplar handelt es sich um einen Abzug des letzten Zustandes, allerdings mit der noch nicht vollständig geschlossenen rechten Seitenlinie. Dies und der sehr differenzierte Farbauftrag lassen wohl auf einen Probedruck vor der Auflage bei Neumann schließen. Heckels Farbholzschnitt „Weiße Pferde“ zählt unangefochten zu den Meisterwerken der expressionistischen Druckgraphik. Das Blatt verdeutlicht Heckels große Kunstfertigkeit, mit einem so sperrigen Medium wie dem Holzschnitt eine ungewöhnlich dynamische Szene darzustellen. Zu dem Thema der gegen starken Wind ankämpfenden Menschen und Pferde wird der Künstler bei seinem Sommeraufenthalt auf den Ostseeinseln Hiddensee und Fehmarn im Jahr 1912 inspiriert. Das für Heckel ungewöhnliche Motiv der Pferde in Kombination mit den drei Personen kann als eine momentane Verschmelzung der Ideen zweier revolutionärer Künstlergruppen interpretiert werden: Der Blaue Reiter und die Brücke. Nachdem Heckel 1911 von Dresden nach Berlin übergesiedelt war, lernte er hier 1912 die Künstler des Blauen Reiters kennen, die anlässlich einer Ausstellung ihrer Werke nach Berlin gekommen waren. Mit Franz Marc entwickelte sich eine Freundschaft, die zu wiederholten Begegnungen und einem regen Briefwechsel führte. – Papier schwach gebräunt, Blattränder mit fachmännisch restaurierten Einrissen und Läsuren sowie kleinen Papierergänzungen, untere Kante leicht unregelmäßig, geringfügige Griffknicke, sonst in guter Erhaltung.

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