Auction 285 | 12/05/2018 11:00 am | Modern Art

Lovis Corinth | Augustusbrücke Dresden

Lovis Corinth: Augustusbrücke Dresden

Lot 524

  • Result:  52.500*

Lovis Corinth

1858 Tapiau/Ostpreußen – Zandvoort 1925

Augustusbrücke Dresden

Watercolour on laid paper. 1919. C. 27 x 37 cm. Signed, dated and inscribed “Dresden Pfingsten 1919“ in the lower centre. This work is accompanied by an expertise by Hans-Jürgen Imiela, Mainz, dated the 13.9.1990. This work is free from restitution claims.

Details

Mit einer Fotoexpertise von Professor Dr. Hans-Jürgen Imiela, Mainz, vom 13.9.1990.

Ausstellung: Max Liebermann, Lovis Corinth, Kunstsalon Franke, Baden-Baden, 1990, Kat.-Nr. 40 mit Abb.;
Lovis Corinth am Walchensee. Späte Bilder, Galerie Pels-Leusden, Berlin/Kampen/Dresden 2002, Kat.-Nr. 11.

Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Curt Glaser, Berlin;
Max Perl, Berlin 18./19.5.1933, Los 747;
Galerie Fischer, Luzern 2.6.1945, Los 153;
Kunstsalon Franke, Baden-Baden, vom derzeitigen Besitzer 1990 dort erworben;
Privatbesitz, Rheinland.

Essay

Hans-Jürgen Imiela schreibt 1990 in seiner Expertise: „Das Aquarell entstand während eines Aufenthalts Corinths im Juni 1919 in Dresden. Er wohnte mit seiner Familie im Hotel Bellevue (das damals in der Nähe der Oper lag). Von dort aus aquarellierte er den vorliegenden Ausblick über die Elbe. Die Gebäudeecke links dürfte zum Großen Packhof gehören, die Bögen im Mittelgrund zur Marienbrücke.“ Die Augustusbrücke und die Marienbrücke haben die gleiche Bogenform – welche der beiden Brücken hier tatsächlich dargestellt ist, ist nicht eindeutig zu erkennen. Das Aquarell stammt aus der Sammlung des Kunsthistorikers, Kunstsammlers und Mediziners Prof. Dr. Curt Glaser, der ab 1927 Direktor der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin war. Mit Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 wird Curt Glaser aufgrund seiner jüdischen Abstammung zum Verfolgten und zwangspensioniert. Er geht im Juni 1933 mit seiner Ehefrau ins Exil. Über die Zwischenstationen Frankreich, Schweiz, Italien und Kuba gelangt er schließlich nach New York, wo er 1943 stirbt. Kurz vor seiner Emigration aus Deutschland lässt er in zwei Auktionen im Mai 1933 große Teile seiner umfassenden Kunst- und Graphiksammlung und seiner Wohnungseinrichtung sowie seine Kunstbibliothek bei Max Perl in Berlin versteigern. Der derzeitige Besitzer des Aquarells hat entschieden, sich mit den Erben Glasers zu einigen und so dem Geist des Washingtoner Abkommens zu entsprechen. Das Werk ist nun, nach der vertraglichen Einigung, von etwaigen Restitutionsansprüchen befreit. – Rechter, linker und unterer Rand mit Büttenrand. Verso an den Ecken mit Resten alter Montierung. Teils unregelmäßig, minimal gebräunt. Papierbedingt leicht wellig. Von schönem Gesamteindruck.

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