Wassily Kandinsky

Women in a forest

Details

Roethel 60.

Provenienz:
Nachlass Hans Konrad Roethel, 1956-71 Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, direkt vom Künstler erhalten;
Jean K. Benjamin, USA;
Privatbesitz, USA, durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer.

Description

Melanie Vietmeier schreibt über Wassily Kandinskys Holzschnitte: “Charakteristisch für Kandinskys frühe Holzschnitte ist das Experimentieren mit dem Material, also mit Holzstock und Farbe. Dabei lassen sich zwei unterschiedliche Tendenzen gegenüberstellen (…). Einerseits stellt Kandinsky in seinen Holzschnitten Charakteristika des Mediums heraus, andererseits unterläuft er ebendiese. Zunächst wird gezeigt, dass Kandinsky medienspezifische Eigenschaften der Druckgrafik herausarbeitete; der Fokus liegt dabei auf der Untersuchung spezifischer Gestaltungsprinzipien des Flächigen und des Linearen. (…)

Freier als in der Malerei konnte der Künstler in der Druckgrafik mit traditionellen Farbkonventionen brechen. Die Reproduzierbarkeit als Charakteristikum der Druckgrafik ermöglichte Kandinsky, verschiedene Farbvarianten und damit Ausdrucksmöglichkeiten durchzuspielen. Der Holzschnitt diente ihm mithin als Experimentierfeld für das Material Farbe. (…)

Das druckgrafische Werk von Wassily Kandinsky umfasst – ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Zustände – 203 Holz- und Linolschnitte, Radierungen und Lithografien aus den Jahren 1902 bis 1942 (…). In seinen Jahren in München und Paris bis zur Zeit des “Blauen Reiters” 1912 schuf Kandinsky den größten Teil seines druckgrafischen Œuvres.

Kandinsky schuf seine frühen Holzschnitte im Handdruckverfahren, das im Kontrast zum maschinellen Druck differenziertere Möglichkeiten bietet, weil die Holzstöcke mit mehr oder weniger Druck auf das Papier gepresst werden können.” (zit. aus Vietmeier, M., Wassily Kandinskys Holzschnitte, Paderborn 2020, S. 4, 30 u. 143/144)