Details

Provenienz:
Wohl in den 1870er Jahren vom deutschen Vizekonsul Karl Emil Weber direkt beim Künstler erworben, Sankt Petersburg, ab 1882 Berlin;
danach in Familienbesitz.

Description

Lew Lagorio, als Sohn eines italienischen Diplomaten auf der Krimhalbinsel geboren, studierte an der Petersburger Kunstakademie unter Maxim Nikiforowitsch Worobjow und Bogdan Pawlowitsch Willewalde. Zu Beginn seiner Malerkarriere wurde er vor allem von Iwan Aiwasowski und dessen atmosphärischen Seelandschaften beeinflusst. Ihm nacheifernd, ging er 1845 an Bord der Grosjaschtschi-Klasse, einem Panzerkanonenboot der Kaiserlich Russischen Marine, um das Verhalten von Schiffen auf hoher See zu studieren.
Vorliegendes Landschaftspanorama mit dem schneebedeckten Doppelgipfel des Elbrus in der Ferne entstand in den 1870er Jahren, als Lagorio längst zum Professor für Landschaftsmalerei ernannt worden war und weiterhin Expeditionen in die entlegensten Landstriche des Kaukasus unternahm. Der höchste Berg Russlands (5642 m), auf dem der Legende nach die Arche Noah vor ihrer Landung auf dem Ararat kurzzeitig gestrandet sein soll, ist hier von Nordwesten aus dem Tal dargestellt, sodass seine steilen Gletscherhänge deutlich sichtbar sind. Durch das grasbewachsene Tal fließt der Fluss Malka, der von zwei Bauern mit einem von Wasserbüffeln gezogenen Karren durchquert wird. Auf der anderen Uferseite lässt ein berittener Kosakenwächter von einer Anhöhe aus seinen beobachtenden Blick durch das weite Tal schweifen.

Die Verbindungen der Familie Weber zu Russland gehen auf das Jahr 1872 zurück, als Carl Emil Weber (1843-1898), der spätere deutsche Vizekonsul in St. Petersburg, Elisabeth Hauff (1851-1920) heiratete, die einer wohlhabenden Petersburger Kaufmannsfamilie entstammte. Deren Vater, Gustav Hauff, war 1858 zum Vizekonsul des Königreichs Württemberg in St. Petersburg ernannt worden. Die Familie Hauff bewegte sich seitdem in gesellschaftlichen Kreisen, zu denen auch die Familie Nobel und vor allem der Vater von Lew Lagorio, der neapolitanische Konsul in St. Petersburg, Zutritt hatten. Es ist wahrscheinlich, dass Weber dieses Gemälde direkt im Atelier des Künstlers am Bolschoi-Prospekt auf der Wassiljewski-Insel oder im Geschäft von A. Beggrov am Newski-Prospekt erworben hat, was die Stempel auf der Rückseite des Rahmens belegen würden.