Details

Die Arbeit ist in der Fondazione Lucio Fontana, Mailand, unter der Nummer 1630/7 registriert.

Provenienz:
Christian Fayt Art Gallery, Knokke-Heist, verso auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett;
Privatsammlung Belgien.

Description

Unikat, geschaffen für das Buch “Devenir de Fontana” von Michel Tapié, herausgegeben von Edizioni d’Arte Fratelli Pozzo, Turin 1961.

Avanguardia a Milano
Mailand ist im 20. Jahrhundert die Metropole des Fortschritts und der Avantgarde, in der ersten Hälfte ist es die Industrialisierung und die daraus resultierende Expansion, in den 1950er und 1960er Jahren sorgt auch in Norditalien das “miracolo economico” für schnelles Wachstum, Millionen Italiener zieht es aus dem Süden in den Norden. 1909 veröffentlicht Filippo Tommaso Marinetti im Pariser “Le Figaro” das in Mailand entstandene “Futuristische Manifest” und bereits 1946 eröffnet der Künstler Lucio Fontana mit seinem “Manifesto bianco” einen Diskurs, der die Kunst über Mailand hinaus prägt. Fontana spricht sich für eine Auflösung der klassischen Gattungen und die Synthese von Malerei, Bildhauerei, Musik und Dichtung aus.

Fontana – Concetto Spaziale
In seinem eigenen Werk vollzieht Lucio Fontana die Abkehr vom herkömmlichen Umgang mit dem Medium Malerei in einem radikalen Akt, indem er die Leinwand und somit den Bildträger als die Grundbedingung eines jeden Gemäldes zerstört. Der Künstler traktiert und perforiert monochrome Flächen mit Löchern und Schnitten und öffnet sie zu plastischen Raumgebilden, die er mit “concetto spaziale” betitelt. Hiermit ist das Thema gesetzt für die nächste Generation der Mailänder Neo-Avantgarde.