Albrecht Dürer

The Four Horsemen of the Apocalypse

Details

Bartsch 64; Meder 167 IV (von IV); Schoch/Mende/Scherbaum 115 IV (von IV).

Provenienz:
Roger Passeron (1920 – ?), Frankreich, verso mit dem Stempel (Lugt 4096).

Description

Figur III aus der Folge: Die Apokalypse. Brillanter, tiefschwarzer Frühdruck der lateinischen Textausgabe von 1511. Der Sprung von unten bis zum Schienbein des berittenen Todes und die zwei Lücken im Bein gut erkennbar. Mit dem gefragten “sup illum” in der 10. Zeile der linken Spalte im rückseitigen Text und einem bis zu 11 mm breiten Rand um die Einfassungslinie. Der Holzschnitt mit den vier apokalyptischen Reitern ist eine Ikone der Druckgrafik. Er gilt als die dramatischste und dynamischste aller Kompositionen Dürers. Stürmisch brechen die vier Reiter in gemeinsamer Formation aus dem Himmel hervor. Sie poltern über die Erde und begraben alles irdische Leben unter sich. Der Tod, etwas ins Abseits gesetzt, reitet triumphierend auf seiner abgezehrten, alten Stute höhnend über einen Bischof hinweg. Die Reiter versinnbildlichen Sieg, Krieg, Teuerung und Tod und erscheinen in Folge der Öffnung der vier ersten von sieben Siegeln (Offb. 6,1-8). Nur der Bauer am rechten Bildrand kann dem dramatischen Geschehen wiederstehen. Mit der erhobenen Hand berührt die Figur den Vorderlauf des Pferdes, sein Blick richtet sich auf den heraneilenden Tod. Damit stellt Dürer eine Beziehung zwischen der Ebene der Täter und der Ebene der Opfer dar und verdichtet die Dynamik der Komposition (vgl. P. Krüger S. 76-78). – Die untere Kante ungleich geschnitten. An der linken Kante im Rand mit winzigen, teilweise hinterlegten Einrissen. Verso leicht fleckig. In gutem Zustand.