Pablo Picasso

Femme nue se coiffant

Details

Zervos, VI, 739; The Picasso Project 1905-122.

Literatur:
Daix, Pierre und Boudaille, Georges, Picasso. The Blue and Rosa Periods. Catalogue raisonné de l’œuvre peint, London 1966, S. 90 (mit Abb.).

Ausstellung:
De Gericault a Matisse. Chefs-d’œuvre français des collections suisses, Petit Palais, Paris 1959, Kat.-Nr. 182 (mit dem Titel: “Femme nue debout”), verso auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett;
Pablo Picasso, Galeria Elvira Gonzales, Madrid 2000, verso auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett.

Provenienz:
Gertrude Stein, Paris;
Walter P. Chrysler Jr., New York, bis 1954;
Hugo Gallery, New York, verso auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett;
Gustav Zumsteg, Zürich, bis 1959;
Christie’s, London 22.6.1993, Los 151;
Privatsammlung, Europa;
Christie’s, London 2.7.1998, Los 249;
Privatsammlung, Europa.

Description

Das Thema der nackten Frau, die sich die Haare frisiert, gehört zu den beliebten Motiven Picassos, jedoch verändert der Künstler in seinen Gemälden und Zeichnungen im Laufe der Zeit immer wieder die Form und Pose der Frauen. Picasso entwickelt schon als junger Mann ein großes Interesse an diesem Thema. Beeinflusst wird er dabei von Edgar Degas, der dieses Motiv in seinen letzten Lebensjahren in vielen Pastellen und Zeichnungen verwendet. Eine weitere wichtige Inspirationsquelle Picassos ist das berühmte Gemälde “Das türkische Bad” von Jean-Auguste-Dominique Ingres, das im Pariser Salon d’Automne 1905 zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde. Die intime Szene der sich räkelnden, nackten Frauen mit ihren üppigen Körperformen begeistert Picasso. Sein frühestes Modell für das Thema “Femme se coiffant” ist seine erste große Liebe und Muse Fernande Olivier, deren voluminöse, weibliche Figur Picasso fasziniert. Normalerweise trug Fernande ihr langes Haar zu einem Knoten gebunden, aber ihr alltägliches Ritual des Kämmens und Arrangierens inspiriert den Künstler zu seinen ersten Zeichnungen einer “Femme nue se coiffant”.

Gertrude Stein (1874-1946), eine amerikanische Kunstsammlerin, Schriftstellerin und Verlegerin, unterhielt in Paris, wo sie seit 1903 lebte, zusammen mit ihrem Bruder Leo einen Salon, der vorwiegend mit Kunst der Moderne ausgestattet war. Regelmäßige Einladungen brachten dort vor allem Künstler wie u. a. Pablo Picasso, Henri Matisse und Georges Braque zusammen. Gertrude und Leo erwarben selbst eine Vielzahl von Kunstwerken und unterstützen damit das Fortkommen der jungen Künstler.