Details

Wir danken der Stiftung Ada und Emil Nolde, Seebüll, für die freundlichen Hinweise bei der Katalogisierung dieses Werkes.

Ausstellung:
Sammlung Lütze. Deutsche Kunst des XX. Jahrhunderts, Stuttgarter Galerieverein e.V. Staatsgalerie Stuttgart, 1972, Kat. S. 23.

Provenienz:
Max Lütze, Berlin und Frankfurt/Main (um 1940 erworben);
durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer, Privatbesitz, Frankreich.

Description

Der Bauingenieur und Unternehmer Max Rudolf Lütze (1889–1968) begeistert sich mit seiner Frau Erna, einer Pianistin, seit 1931 für neue Kunst. In den darauffolgenden Jahrzehnten tragen sie gemeinsam eine der wichtigsten Sammlungen deutscher expressionistischer Kunst zusammen. Die Lützes kaufen bei Ferdinand Möller in Berlin und sind mit dem jüdischen Galeristen Heinrich Thannhauser befreundet. Mit Emil Nolde verbindet sie eine lange Freundschaft, die auch nach dessen Malverbot andauert. Max Lütze unterstützt den Künstler mit einer monatlichen Leibrente von 500 Reichsmark.
Auch das vorliegende Aquarell erstand der Sammler direkt vom Künstler. Vor einem dunklen Hintergrund leuchten weiße und violette Dahlien, Prachtblüten des Spätsommers. Über die zwei dunkelvioletten Blumen ragen drei weiße Blüten. Mit ihren verschieden geöffneten Köpfen deuten sie den Kreislauf des Blühens an: von der strahlend offenen Blume links zu den herabhängenden Blütenblättern rechts. Der Schönheit haftet, wie so oft in Noldes Blumenbildern, ein Hauch von Vergänglichkeit an. – Kaum merklich verblasst. Vereinzelt sehr schwache Knickspuren. Verso in den Ecken Montierungsspuren. In schöner, farbfrischer Erhaltung.