Gabriele Münter

“Von der Insel Vaxholm. Schweden”

Details

Ausstellung:
Gabriele Münter: Die Zeit nach Kandinsky in Murnau, Schlossmuseum, Murnau 2012, mit farb. Abb. S. 100.

Provenienz:
Nachlass der Künstlerin;
Kunsthandel Franz Resch, Gauting, vor Jahrzehnten vom Besitzer dort erworben;
Privatbesitz, Bayern.

Description

Verso auf dem Unterlagekarton typographisches Etikett mit der Resch-Konvolutnummer “11/13”.
Viereinhalb Jahre lebt Gabriele Münter von 1915 bis 1920 in Skandinavien. Sie war hierher gereist, um Kandinsky zu treffen, der als Russe bei Kriegsausbruch Deutschland verlassen musste. Doch wird ihr gemeinsamer Winter 1915/1916 in Stockholm zugleich das letzte persönliche Treffen, dem in den folgenden Jahren eine langwierige und schmerzhafte Trennung folgen wird. Dennoch ist Münter in der ersten Zeit in Stockholm zuversichtlich und künstlerisch produktiv. Sie pflegt Kontakte unter anderem zu den schwedischen Expressionisten Sigrid Hjertén, Isaac Grünewald und Lilly Rydström, beteiligt sich an zahlreichen Ausstellungen und reist in den hohen skandinavischen Norden. Im März 1916 zeigt der Gummesons Konsthandel in Stockholm eine Münter-Einzelausstellung, zwei Jahre später folgt in “Den Frie Udstilling” in Kopenhagen mit über 100 Werken Münters bisher größte Einzelausstellung. Voller Neugier und Enthusiasmus richtet Münter im Sommer 1915 ihr Leben in Stockholm ein, sie wohnt mitten in der Stadt in einer kleinen Pension. Die Umgebung erkundet sie mit zahlreichen Ausflügen. “Ich war erstaunt und begeistert darüber, daß ich hier im hohen Norden, von dem ich nur sehr geringe Kenntnisse hatte, eine so wunderbar gelegene und schöne Stadt fand.” (G.M., zit. nach: Ausst.-Kat. Lenbachhaus München 1992, S. 70). Auch den kleinen Ort Vaxholm, der nordöstlich von Stockholm auf der Insel Vaxön im Schärengarten liegt, besucht Münter auf einem ihrer Ausflüge. Sie zeigt die farbenfrohen schwedischen Holzhäuser an einer mit kleinen Bäumen bepflanzten Straße im charakteristischen hellen Licht Skandinaviens. – An den Blattecken fest auf Unterlagekarton montiert, Papier geringfügig gebräunt, sonst in guter Erhaltung.