Details

Mosque in Tunis. Oil on canvas. (19)05. C. 24.5 : 16 cm. Signed and dated lower left. Framed.
The present work was painted during a period when Gabriele Münter was travelling with Kandinsky throughout Europe. During the winter 1904/05 they visited Tunis for four months. In this painting Münter still uses the “Spachteltechnik”, which she had learned 1902/03 from Kandinsky at the ‘Phalanx’-School. The brush stoke – two years later- is lighter and more structured. Thus this painting shows her development towards her own characteristic style and can be seen as a link to her further career. Inscribed by Münter’s american cousin Jennie Lee Noble on the reverse: “Gabrielle Münter. (Mosque in Africa.)”.
Provenance: Jennie Lee Noble, a gift from the artist; private collection, Texas.

Description

1904 war es in Kallmünz zur Verlobung von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky gekommen. In der Folgezeit wird dieser Zustand jedoch für den noch verheirateten Kandinsky in München unhaltbar. Folglich begeben sie sich immer wieder auf ausgedehnte Reisen und fahren im Winter 1904/1905 für vier Monate nach Tunis. Die auf dieser Reise entstandenen kleinformatigen Bilder sind konkrete Naturaufnahmen, in einem unakademischen Stil, mit dem Bestreben, rein malerisch die Atmosphäre einzufangen. Die Darstellung ist in impressionistischer Palette und pastosem Farbauftrag wiedergegeben. Die Spachteltechnik wirkt bereits verfeinert und der Duktus ist gegenüber den ersten Ölstudien in Kallmünz ruhiger geworden. Gabriele Münter hatte sich bereits in Kandinskys Malklasse der “Phalanx”-Schule 1902/03 mit der Spachteltechnik vertraut gemacht, sie zunächst allerdings nur in einer pastos kleinteiligen und eher unruhigeren Formulierung eingesetzt. In diesem Werk findet sie zu einem großzügigeren Farbauftrag, der sich in der Folge zu dem eigentlichen persönlichen künstlerischen Stil entwickeln sollte, der ihr gesamtes weiteres Werk bestimmt. Verso handschriftlich von der amerikanischen Cousine Jennie Lee Noble bezeichnet: “Gabrielle Münter. (Mosque in Africa.)”. Jennie Lee Noble, die Gabriele Münter auf ihrer Reise nach Amerika besucht hat, erhielt diese Arbeit als Geschenk von Gabriele Münter. Ganzseitig auf Malpappe aufgelegt. In den Vertiefungen mit winzigen Schmutzpartikelchen, ansonsten in gutem Zustand.
Das vorliegende Gemälde wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis von Dr. Isabelle Jansen aufgenommen. Für freundliche Auskunft danken wir der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München.
Provenienz: Jennie Lee Noble, Cousine der Künstlerin, Marshall, Texas; Privatsammlung, Texas.