October 23, 2019

Vorbericht: Highlights der Herbstauktionen bei KARL & FABER

Vom raren Nazarener bis zum neu entdeckten Wintermärchen

Am 8. November 2019 lädt KARL & FABER zur Auktion 291 ein. Versteigert werden Alte Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts mit Schätzwerten bis zu € 180.000 – darunter Gemälde von musealer Qualität und ausgezeichnete Druckgrafik

514 Lose kommen bei dem traditionsreichen Münchner Kunstauktionshaus zum Aufruf. Die Bieter erwartet unter anderem eines der seltenen Werke von dem Wiener Nazarener Johann Evangelist Scheffer von Leonhardshoff und eine der begehrten Winterlandschaften von Josse de Momper dem Jüngeren, die erst kürzlich aufgetaucht ist

Die Vorbesichtigung beginnt in Hamburg mit der Vernissage am Montag, 21. Oktober, um 18 Uhr, in München am Mittwoch, 30. Oktober, um 18 Uhr

Angesichts der Madonna mit Kind und Johannesknaben (1815, Los 83) versteht der Betrachter, weshalb
Johann Evangelist Scheffer von Leonhardshoff den Beinamen „Il Raffaelino“ erhielt. Bei seiner pyramidalen Komposition greift er auf sein großes Vorbild zurück. Dennoch leistet er damit einen eigenständigen, bedeutenden Beitrag zur Romantik. Der früh verstorbene Wiener Künstler zählt zum Kreis der Nazarener in Rom, hinterließ aber wenig Werke. Höchst selten gelangt eines zur Auktion. Das großformatige Ölgemälde von musealer Qualität ist mit € 140.000/180.000 bewertet.

Neu aufgetaucht ist die Winterliche Dorflandschaft am vereisten Fluss (um 1615, Los 5), die kürzlich von Dr. Klaus Ertz als bislang nicht bekanntes Werk von Josse de Momper dem Jüngeren identifiziert wurde. Das stimmungsvolle „Wintermärchen“ zählt zum gesuchtesten Landschaftstyp im Œuvre des Künstlers. Es zeigt den Winter mit all seinen typischen Tätigkeiten wie dem Schlittschuhlaufen, dem Eisfischen und dem Verkauf der frisch gefangenen Fische an einem Marktstand. Das mit € 100.000/120.000 angesetzte Ölgemälde stammt aus der Sammlung Bochmann, Meerane.

Der Wasserfall in bergiger Landschaft (1665/70, Los 35, Taxe: € 60.000/80.000) von Jacob van Ruisdael hat eine lange und bedeutungsvolle Provenienz. Nun erscheint das große querformatige Gemälde seit 1964 erstmalig wieder auf dem Auktionsmarkt. Es ist charakteristisch für die Gebirgslandschaften des holländischen Malers, der sich von Allart van Everdingens skandinavischen Landschaften inspirieren ließ.

Die Medici waren die eifrigsten Sammler der höchst beliebten Waldbodenstillleben, die der Holländer Otto Marseus van Schrieck perfektionierte und zur eigenen Gattung entwickelt hat. Auch das mit € 50.000/60.000 taxierte Bild Drei Schlangen, Eidechse und Kröte (1663, Los 17) zeigt sehr realistisch die für das Genre typischen Kampfszenen zwischen unterschiedlichen Reptilienarten und Insekten – symbolisch zu deuten als Kampf zwischen Gut und Böse. 2017 wurde dem Künstler eine vielbeachtete Retrospektive im Staatlichen Museum Schwerin gewidmet, in welcher das Bild ausgestellt war.

Die Studie zu „Pax“ (bei Gravosa) von Emil Jakob Schindler, datiert um 1887/88 (Los 135, angesetzt mit € 25.000/30.000), ist weit mehr als nur ein finaler Entwurf. Die monumentale Skizze ist, wie das dazugehörige Hauptwerk in der Österreichischen Galerie im Belvedere von Wien, ein virtuoses Stück Malerei. Ähnlich wie sein Vorbild Arnold Böcklin interpretiert Alma Mahler-Werfels Vater die Landschaft poetisch verklärend.

Gabriel von Max war ein überzeugter Anhänger Charles Darwins, was seine Affinität zu Affen erklärt und diese zu Hauptdarstellern zahlreicher, begehrter Bilder machte. Wie bei Zuflucht (Los 146), das quasi als bildlicher Beweis für Darwins Evolutionstheorie gelten kann, indem die Affen menschliche Züge tragen. Die Schätzung für das kleine emotionsgeladene Bild aus den 1890er Jahren liegt bei € 20.000/30.000.

Strahlend weiß bauschen sich die Segel vor einem ebenso strahlenden Himmel und dem Glanz Venedigs. Der Franzose Félix Ziem (1821 bis 1911) malte die legendäre Lagunenstadt von allen Seiten, stets fasziniert von ihrem ganz besonderen Licht. So auch bei der neu aufgetauchten – fast schon impressionistischen – Ansicht von Venedig (Taxe: € 18.000/22.000, Los 114), die ins Werkverzeichnis aufgenommen wird.

Die Sammlung Piraneseum in der Nähe von San Francisco, die als größte Sammlung von Werken Giovanni Battista Piranesis in den USA gilt, hat vier Zeichnungen (Lose 218 bis 221) eingeliefert. Besonders hervorzuheben sind Das Amphitheater von Capua (um 1760, Los 218) von Charles Louis Clérisseau, taxiert auf € 15.000/20.000, und Capriccio mit Tempelruine, Brücke und Wäscherinnen an einem Fluss (ebenfalls um 1760) von Hubert Robert (Los 219). Die Rötelzeichnung wird mit € 10.000/12.000 angesetzt. Dazu kommen im Bereich Druckgrafik 37 Radierungen auf Bütten von Giovanni Battista Piranesi und Giuseppe Vasi in 26 Losen (Lose 466 bis 491).

Dank seiner hervorragenden Expertise in Druckgrafik ist es KARL & FABER wieder gelungen, für die Herbstauktion ein reichhaltiges Angebot mit vielen Werken großer Meister zusammenzustellen – etwa von
Albrecht Dürer. Vor allem erwähnenswert ist ein ausgezeichneter, kräftiger und präziser früher Abdruck mit der Wiedergabe feinster Details seines Kupferstichs Ritter, Tod und Teufel (Los 320) von 1513. Das bestens erhaltene Blatt wird mit € 70.000/90.000 bewertet. Auch eine vollständige Folge der Apokalypse in der lateinischen Textausgabe von 1511 (Los 340), geschätzt auf € 100.000/150.000, ist hervorzuheben. Rembrandt Harmenszoon van Rijn ist ebenfalls mit etlichen herausragenden Radierungen vertreten. Darunter die schönen Blätter Christus vor Pilatus – Ecce Homo im großen Format (1635, Los 450), taxiert auf € 50.000/60.000, und Die große Kreuzabnahme, zweite Platte, von 1633 (Taxe: € 40.000/50.000, Los 451).
Von Martin Schongauer (1450 bis 1491) kommt sein größter Kupferstich und zugleich sein Hauptblatt zum Aufruf: Die große Kreuztragung (Los 313), ein hervorragender und klar zeichnender Abzug des berühmten Stichs, dessen Schätzung bei € 30.000/40.000 liegt.

KATALOGE
Der Hauptkatalog „Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts“ und der Katalog zur Druckgrafik sind als PDF unter https://www.karlundfaber.de/kaufen/auktionen/ abrufbar oder gedruckt erhältlich auf https://www.karlundfaber.de/service/katalogbestellung/.

VORBESICHTIGUNGEN
In Hamburg
Vernissage: Montag, 21. Oktober 2019, 18 bis 21 Uhr
Vorbesichtigung: Dienstag, 22. Oktober, 11 bis 16 Uhr
KARL & FABER Hamburg, Magdalenenstraße 50, 20148 Hamburg

In München
Vernissage: Mittwoch, 30. Oktober 2019, 18 bis 21 Uhr
Vorbesichtigung: Donnerstag, 31. Oktober bis Donnerstag, 7. November 2019,
Montag-Freitag 10 bis 18 Uhr / Samstag, Sonntag und Feiertag 11 bis 17 Uhr
Donnerstag, 7. November 2019, 10 bis 14 Uhr
KARL & FABER München, Amiraplatz 3, im Luitpoldblock, 4. Stock, 80333 München

LIVE AUKTION
Auktion 291: Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts
Freitag, 8. November 2019, ab 11 Uhr bei KARL & FABER in München
Auktionsverlauf:
11.00 – ca. 11.45 Uhr           Los 1 bis 68 / Gemälde Alter Meister
11.45 – ca. 13.00 Uhr           Los 70 bis 187 / Gemälde des 19. Jahrhunderts
13.00 – 14.00 Uhr                Pause
14.00 – 14.30 Uhr                Los 190 bis 242 / Aquarelle und Zeichnungen Alter Meister
ca. 14.30 – ca. 15.15 Uhr     Los 250 bis 309 / Aquarelle und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts
ca. 15.30 – ca. 17.30 Uhr     Los 310 bis 514 / Druckgrafik Alte Meister & 19. Jahrhundert (separater Katalog)

ONLINE-ONLY-AUKTION
Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts
Ab Mittwoch, 23. Oktober 2019, 10 Uhr bis Sonntag, 3. November 2019, 17 Uhr auf https://www.karlundfaber.de/kaufen/online-only/

VORSCHAU
Auktion 292 / Moderne Kunst
Mittwoch, 4. Dezember 2019, ab 16 Uhr bei KARL & FABER in München

Auktion 293 / Zeitgenössische Kunst
Donnerstag, 5. Dezember 2019, ab 15 Uhr bei KARL & FABER in München

Auktion 294/ Ausgewählte Werke (Moderne & Zeitgenössische Kunst)
Donnerstag, 5. Dezember 2019, ab 18 Uhr bei KARL & FABER in München
(Änderungen vorbehalten)

KARL & FABER wurde 1923 in München gegründet und zählt zu den größten Kunstauktionshäusern in Deutschland. Unter den Kunstauktionshäusern der D-A-CH-Region hat es sich seit 2010 am dynamischsten entwickelt (Quelle: artnet). Das Haus hat sich auf Alte Meister, Kunst des 19. Jahrhunderts, Moderne Kunst und Zeitgenössische Kunst spezialisiert. Ein Schwerpunkt ist die Provenienzforschung. KARL & FABER hat seinen Sitz in München mit Niederlassungen in Hamburg und Düsseldorf sowie Repräsentanzen in Tegernsee, Basel, London, Italien, Österreich und in den USA. Am Hauptstandort führt KARL & FABER sechs Auktionen pro Jahr durch, die sich jeweils einem Schwerpunktthema widmen. Seit Frühjahr 2019 führt KARL & FABER auch Online-Only-Auktionen durch. Neben dem Auktionsgeschäft veranstaltet KARL & FABER regelmäßig Verkaufsausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Seit 2008 vergibt das Unternehmen gemeinsam mit der Stiftung der Kunstakademie München alle drei Jahre den KARL & FABER Kunstpreis. Das Haus engagiert sich zudem für den Münchner Kunststandort als Partner des Ausstellungsprojekts Various Others und seit 2017 als Förderer des experimentellen Kunstraums Loggia.

KONTAKT UND INTERVIEWANFRAGEN
Dr. Anne-Cécile Foulon
Leiterin Kommunikation & Development
KARL & FABER Kunstauktionen GmbH
Amiraplatz 3 | D – 80333 München
presse@karlundfaber.de
T +49 89 24 22 87-17

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