Karl & Faber lässt München als Kunstzentrum leuchten

In der Herbstauktion Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts feiert Karl & Faber den Kunststandort München und die Geburtstage berühmtester Druckgrafik-Künstler

PDF | Vorbericht zu Auktion 306
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  • Karl & Faber Kunstauktionen lädt am Mittwoch, den 24. November 2021, zur Auktion 306 ein. Mit einer großen Druckgrafik-Offerte, die allein 22 exquisite Werke Albrecht Dürers umfasst sowie die vollständige Folge der Carceri d’Invenzione von Giovanni Battista Piranesi feiert das Auktionshaus die Geburtstage der großen Druckgrafik-Meister
  • Zahlreiche Meisterwerke aus langjährigem Familienbesitz und exklusiven Sammlungen
    demonstrieren erneut die Kunst der Sammlung. Zu entdecken gibt es Stillleben von altmeisterlichen Niederländern wie Jan Mortel und Jan Pauwel Gillemands d.Ä.
  • Im Bereich 19. Jahrhundert bündelt die Karl & Faber Auktion 306 zahlreiche Vertreter der Münchner Schule wie Heinrich Bürkel, Domenico Quaglio, Hans Thoma oder Carl Spitzweg

Sein 300. Geburtstag ging etwas unter im vergangenen Jahr – dabei ist sein technisch wie künstlerisch bedeutendstes Werk absolut wegweisend in die Moderne. Gemeint ist Giovanni Battista Piranesi, der mit der überarbeiteten Fassung seiner Carceri d’Invenzione (Los 207, erschienen um 1749) auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt war. Das Top-Los im Bereich Druckgrafik ist eines seiner faszinierendsten Werke. Es zeigt mauerlose Gefängnisse, die aber durch ihre labyrinthartigen Treppen, Bögen, Gitter, Ketten und Seile umso auswegloser und unentrinnbarer erscheinen. Kein Wunder, dass die traumartig anmutenden Radierungen berühmte Surrealisten wie Giorgio Chirico und Maurits Cornelis Escher inspirierten. Bei KARL & FABER kommt jetzt die zweite Ausgabe als komplette Folge von 16 Blatt in ausgezeichneter, tiefschwarzer und klarer Druckqualität zum Aufruf, zum Schätzpreis von € 90.000/120.000.

Das diesjährige „Geburtstagskind“ ist Albrecht Dürer, derzeit – mit von ihm inspirierten Künstlern – im
Wiener Belvedere zu sehen. Und bei KARL & FABER! Diesmal stammen im Bereich Druckgrafik allein aus seinem Werk 22 Lose. Beispielsweise der „Meisterstich“ Ritter, Tod und Teufel (Los 155, 1513, Schätzpreis: € 50.000/60.000) oder Der heilige Eustachius (Los 154, um 1501, Taxe: € 30.000/40.000).

Das gemeinsame Vorbild von Jan Mortel und Jan Pauwel Gillemans d. Ä. war Jan Davidsz. de Heen, einer der bedeutendsten Vertreter der niederländischen Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts. Jan Mortel war vor allem von dessen Früchtestillleben angetan. Mit seinem Stillleben mit Maiskolben, Granatäpfeln, Pfirsichen, Aprikosen und Pflaumen (Los 10, 1700) feiert der begabteste Leidener Stilllebenmaler seiner Zeit zwar den sinnlichen Genuss, weist aber gleichzeitig auf die Vergänglichkeit von allem hin (Taxe: € 40.000/60.000). Ein ähnlich delikates Werk ist Gillemans’ Stillleben mit Früchten, einem Rotweinglas und einem Laib Brot (Los 9, Schätzpreis: € 15.000/18.000).

Schule machten auch all die Künstler, die im 19. Jahrhundert in Bayerns königlicher Residenzstadt lebten und wirkten. Die KARL & FABER Auktion 306 bündelt zahlreiche Maler der Münchner Schule – darunter auch Werke von Heinrich Zügel und des Münchner Malerfürsten Franz von Lenbach.
Das Top-Los dieser Gruppe ist das qualitätsvolle Gemälde Fischerboote und Segelschiff auf See (Los 69, 1878, Taxe: € 50.000/60.000) des gebürtigen Griechen Konstantinos Volanakis. Über Generationen hinweg war es in norddeutschem Familienbesitz, bevor es jetzt bei Karl & Faber zum Aufruf kommt. Die stille Szenerie erinnert an die Fischerbilder von Joseph Wopfner, was kein Zufall ist: Beide studierten in derselben Klasse von Carl Theodor von Piloty an der Münchner Akademie.

Die Münchner Akademie war damals ein Anziehungspunkt für Künstler aus aller Welt – auch für einen weiteren Griechen: Nikolaus Gysis wurde 1868 ebenfalls dort aufgenommen. Er ist in der KARL & FABER-Auktion 306 mit seinem Stillleben mit Rosen vertreten (Los 97, Taxe: € 18.000/24.000).
Ein echtes, gebürtiges Münchner Kindl ist Domenico Quaglio, der einer italienisch-deutschen Künstler-familie entstammt. Seine Vedute der Abteikirche St-Ouen in Rouen (Los 53, um 1825) wartet nun auf einen neuen Besitzer. Die Kirche ist für ihre gotische Architektur berühmt, der bedeutendste Architekturmaler der Romantik zeigt detailliert den gesamten Formenreichtum ihrer Fassade – bis zur kleinsten und schlanksten Fiale. Schätzpreis: € 45.000/55.000.

Wenn von Münchner Glanzzeiten die Rede ist, darf natürlich Carl Spitzweg nicht fehlen – hier vertreten mit Ölskizzen wie die Waldschlucht mit drei Zigeunern (Los 42, um 1875/80). Eine seiner impressionistisch anmutenden nächtlichen Szenen, mit denen er sich seit 1860 beschäftigte. Taxe: € 25.000/30.000.
Hans Thoma kam erst nach langen Lehr- und Wanderjahren in die damalige deutsche Kunstmetropole, schwer beeindruckt von den Malern der Schule von Barbizon. Sie inspirierten ihn auch zu seinen „grünen Gemälden“ wie das Werk Niederung am Rhein (Los 64, Schätzpreis: € 18.000/24.000), das 1896 entstand.
Heinrich Bürkel zog es schon mit 20 Jahren von Pirmasens nach München, wo der gelernte Kaufmann sich autodidaktisch zum Maler weiterbildete – durch das Kopieren niederländischer Meister, die er in der Schleißheimer Gemäldegalerie studierte. Bei Karl & Faber kommen zwei für ihn charakteristische Landschaften zum Aufruf: eine humoristische Menagerie bei der Rast in einer Scheune (Los 37, um 1867/68, Taxe: € 17.000/20.000) und Die Osteria von Ponale am Gardasee (Los 36, um 1865/68, Schätzpreis: € 12.000/15.000).

Die niederländischen Meister beeinflussten auch den frühen Cartoonisten Wilhelm Busch, der zum Kunststudium nach München kam, dort aber vor allem als Karikaturist bekannt wurde. In der Offerte finden sich für ihn eher untypische Werke: fünf Ölskizzen, die hastig gepinselt sind, vieles nur andeuten und unheimlich modern wirken (Lose 58 bis 62, von 1875 bis 1890, Schätzpreise zwischen € 4.000 bis 10.000).
Friedrich Olivier lebte mit seiner Familie ebenfalls einige Zeit in München, wo 1846 die neun aquarellierten

PRESSEBILDER

Pressebilder können Sie unter https://t1p.de/niff herunterladen.

VORBESICHTIGUNGEN

Hamburg: Vorbesichtigung von Mittwoch, 3. bis Freitag, 5. November 2021

Magdalenenstraße 50, 20148 Hamburg
T 040 82 24 3823, hamburg@karlundfaber.de

München: Vorbesichtigung aller Werke von Dienstag, 16. bis Dienstag, 23. November 2021

Amiraplatz 3 – Luitpoldblock, 80333 München
T 089 22 18 65, info@karlundfaber.de

AUKTIONSABLAUF

Auktion 306 – Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts
Mittwoch, 24. November 2021

14 Uhr | Gemälde und Zeichnungen | Los 1–137

16 Uhr | Druckgrafik (separater Katalog) | Los 150–235

ONLINEKATALOGE

Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts
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Druckgrafik
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