Details

Provenienz:
Privatsammlung, Berlin.

Beschreibung

Dokoupil hatte als einer der Protagonisten der Künstlergruppe „Mühlheimer Freiheit“ bereits in den 1980er Jahren durch experimentelle, unkonventionelle Schaffensprozesse den Kunstbegriff radikal hinterfragt. Nachdem er den Hype der 1980er Jahre hinter sich gelassen hatte, begann er Anfang der 1990er Jahre mit Kerzenruß zu malen, Farbe mit der Peitsche auf die Leinwand aufzubringen und mit Pigment gesättigte Seifenblasen auf der Leinwand zerplatzen zu lassen. Ein Schritt ins malerische Niemandsland, auf dem Weg zu einer Neuerfindung der Malerei. Seit mehr als dreißig Jahren verfeinert Georg Dokoupil diese Methode der Bildproduktion, die das Eigenleben chemischer Prozesse, die beim Zerplatzen von Seifenblasen entstehen, mit einbezieht. Die so quasi selbständig entstehenden Soap-Bubble Paintings sind mehrstimmig. Bei verändertem Lichteinfall und von Blickwinkel zu Blickwinkel wechseln sie ihre Farben. Grundsätzlich sind sie als nicht-figurative Abstraktionen komponiert, die Repräsentation vermeiden und trotzdem Assoziationen gegenüber offen sind. False Memories und Broken Concepts nennt Georg Dokoupil die Zutaten, die die Produktion vor allem der neueren Soap-Bubble Paintings kennzeichnet: so entstehen autonome, unvorhergesehene Bilder von mystischer Aura, die im vorliegenden Bild durch die Farbstellung Blau/Gold noch überhöht wird.