Details

Die Arbeit ist bei der Easton Foundation, New York unter der Nummer BOUR 0837 registriert.

Provenienz:
Cheim & Read, New York, verso mit dem Etikett; Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

„Art is a guaranty of sanity.“
Louise Bourgeois; title of a 2000 drawing, Pencil on pink paper, 27.9 x 21.5 cm. Collection Museum of Modern Art, New York

Die seltene frühe Zeichnung der Jahrhundert-Künstlerin Louise Bourgeois, deren Skulpturen, Installationen und Zeichnungen sich heute unter anderem im Metropolitan Museum und dem MOMA in New York, der Tate Modern in London sowie dem Centre Pompidou in Paris befinden, besticht durch ihre Einfachheit. Louise Bourgeois untrügliches Gespür, dafür wie man mit wenigen Strichen ein Blatt Papier in eine in sich geschlossene, überzeugende Komposition verwandelt, offenbart sich hier. In den 1940er Jahren, als Louise Bourgeois zusammen mit ihrem Mann von Paris nach New York gezogen und gerade Mutter dreier Söhne geworden war, arbeitete sie vornehmlich auf Papier und schuf formal reduzierte Holzstelen wie „Listening One“. Die Formensprache dieser Stelen, abgerundete, eiförmige Strukturen, die im weitesten Sinne für das Weibliche stehen, finden sich in den Zeichnungen dieser Zeit wieder. Inhaltlich offenbaren sich in diesen frühen Werken bereits die zentralen Themen, die später Louise Bourgeois‘ Werk vorrangig bestimmen: die kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Rolle der Frau, weibliche und männliche Geschlechtlichkeit, das Verhältnis von Geborgenheit und Abhängigkeit beschäftigen sie lebenslang und finden Jahrzehnte später in den legendären „Cells“ ihren Ausdruck.

Die Zeichnung stammt aus einer renommierten süddeutschen Privatsammlung, in deren Besitz sich auch mehrere großformatige Skulpturen der Künstlerin befunden haben.