Günther Förg

Ohne Titel (Großes Bronzerelief)

Details

Wir danken Herrn Michael Neff vom Estate Günther Förg für die freundliche Bestätigung der Authentizität dieser Arbeit. Das Werk ist unter der Nummer WVF.86.BR.0371 im Archiv registriert.

Ausstellung:
Sammlung F.C. Gundlach. Das Medium der Fotografie ist berechtigt, Denkanstöße zu geben, Contemporary Fine Arts, Berlin 2015, Kat.-Nr. 104/105, mit farb. Abb. S. 104;
Günther Förg and Julian Lethbridge. Ballad of a Thin Man, Contemporary Fine Arts, Berlin 2019, mit farb. Abb. S. 36.

Provenienz:
Studio Günther Förg;
Galerie Max Hetzler, Köln, verso mit dem Etikett;
Sammlung F.C. Gundlach, Hamburg;
Contemporary Fine Arts Galerie, Berlin;
Privatsammlung, Berlin;
Privatsammlung, Hamburg.

Beschreibung

Das schwere dunkle Bronzerelief wirkt an der Wand fast wie ein Gemälde. Die Vertiefungen und Spuren erinnern an einen ausdrucksstarken Pinselstrich in der scheinbaren Härte der Bronze. Die raue Oberfläche zeugt von dem Entstehungsprozess, bei dem Günther Förg die Oberflächenstruktur der Gipsform direkt mit den Händen bearbeitete, bevor er die negativen Abdrücke in Bronze goss. Er zog seine Finger rasch, fast flüchtig durch die Gussform – dabei trifft die geometrische Strenge im Œuvre des Künstlers auf expressive Formen.
Seit Mitte der 1970er Jahre entwickelte Förg ein komplexes, vielgestaltiges Werk, in dem Malerei, Fotografie, Skulptur und Papierarbeiten gleichberechtigt neben- und miteinander agieren bzw. sich gegenseitig beeinflussen und bedingen. Förgs Interesse galt dabei von Anfang an der Abstraktion. In seiner Malerei reflektierte er abstrakt-minimalistische Tendenzen in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Bronzereliefs zeigen, wie er die minimalistische Formensprache, die er in seiner Malerei verwendete, auf dreidimensionale Bildträger übertrug.
Günther Förgs Arbeiten sind weltweit in Museumssammlungen zu finden, 1992 nahm er an der documenta IX teil und 1995 folgte eine bedeutende Einzelausstellung am Stedelijk Museum in Amsterdam. Für seine Kunst erhielt er Preise und Auszeichnungen, so 1996 den Wolfgang-Hahn-Preis Köln. Er lehrte an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und der Akademie der Bildenden Künste in München.