Details

Provenienz:
Galerie Michael Haas, Berlin, verso mit dem Etikett auf dem Keilrahmen;
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

Markus Lüpertz zählt zu den zentralen Künstlerfiguren der deutschen Nachkriegszeit. Als Bildhauer und Maler stellt er seit den frühen 1960er Jahren bis heute in oftmals überdimensionalen Werken seinen Weltzugang und seine Weltdeutung zur Schau. Archaische Monumentalität und symbolträchtige Motive gehören dabei zu seinem typischen Repertoire. 1966 präsentiert er zum ersten Mal die Idee vom „Dithyrambischen Konzept“. Den Dithyrambos als Gesang zu Ehren des Weingottes Dionysos entlehnt Lüpertz bei Friedrich Nietzsche. Auch das hier vorliegende monumentale Gemälde verweist auf die Dogmen dieser frühen Malerei, mit denen sich der Maler von den Zeitströmungen der europäischen Abstraktion zum einen und der amerikanischen Figuration zum anderen distanzieren möchte: „Es ist darauf zu achten, sich mit einer eigenen Farbigkeit gegen die Verallgemeinerung von Farbe und Farbklang zu wehren und dagegen anzugehen. Es ist nicht damit getan, eine Form zu haben, sie farbig zu machen und Schluß“, so Markus Lüpertz im Einladungstext der Galerie Springer in Berlin im April 1968. In diesem Kontext darf auch der „Baumstamm Dithyrambisch“ aus dieser Zeit gesehen werden. Der Titel verweist auf das Bildsujet, während sich die Form von der Gegenständlichkeit lösen will. Die reduzierte Farbpalette aus Braun-, Grün-, Gelbtönen entspricht dem bekannten Farbkanon der „Dithyramben“.
Markus Lüpertz‘ Werke wurden auf zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und hängen in den wichtigsten Museen der Welt, wie zum Beispiel dem MoMa New York, der Tate Modern in London oder der Albertina in Wien. Die groß angelegte Ausstellung „Markus Lüpertz: Über die Kunst zum Bild“ im Haus der Kunst in München beleuchtete 2019 erstmals den seriellen Charakter in Lüpertz‘ bildnerischem Schaffen.