Károly Patkó

Landschaft bei Törökkoppány

Details

Ausstellung:
A László Károly-gyűjtemény. Részletek egy bázeli műgyűjteményből (Die Carl-Laszlo-Sammlung. Teil einer Kunstsammlung aus Basel), Budapesti Történeti Múzeum, Fővárosi Képtár (Budapester Geschichtsmuseum, Städtische Galerie), Budapest 1996, Kat.-Nr. 90, S. 96.

Provenienz:
Bizományi Áruház Vállalat (BÁV), Budapest September 1981, Los 145;
Kieselbach Gáleria, Budapest 11.9.2011, Los 96;
Biksady Galéria, Budapest 30.11.2011, Los 100;
Sammlung Carl Laszlo, Basel;
Privatsammmlung, Europa.

Beschreibung

• Sommerlich farbgewaltige Landschaft aus Törökkoppány
• Typisches Motiv Károly Patkós Ende der 1920er Jahre
• Deutlich sichtbarer Einfluss des Vorbildes Paul Cézanne

Károly Patkó ist das dritte Kind eines österreichischen Beamtenpaares. Seine beiden älteren Geschwister Rudolf (1888) und Anna (1892) kommen noch in Wien zur Welt, Károly (1895) und der jüngere Péter (1905) dagegen in Budapest, wo die Familie lebt. Seinen ursprünglichen Namen Karl Paumkirchner ändert er 1914 in die ungarische Version Károly Patkó. Schon früh zeigt sich sein außergewöhnliches künstlerisches Talent und bereits während seiner Schulzeit gibt er anderen Zeichenunterricht. In den Jahren 1914-1920 besucht er in Budapest die Akademie der Schönen Künste und gehört dem Kreis um den Künstler István Szőnyi (1894-1960) an. Mit seinem Künstlerfreund Vilmos Aba-Novák (1894-1941) reist er zur berühmten Künstlerkolonie in Nagybánya.
Dank eines Stipendiums lebt Patkó von 1929 bis 1931 in Rom. Von dort aus unternimmt er gemeinsam mit Aba-Novák ausgedehnte Reisen durch ganz Italien bis Sizilien und studiert in den Museen die Werke der Alten Meister. Er entdeckt die traditionelle Temperatechnik für sich, die zum wichtigen Ausdrucksmittel seiner römischen Zeit wird. An dem geselligen Leben der Stipendiaten in Rom nimmt der als introvertiert und zurückgezogen beschriebene Patkó dagegen kaum teil. Nach seiner Rückkehr arbeitet er als Zeichenlehrer in Budapest.

1922 wird in der Ausstellungshalle des Belvedere Patkós erste Ausstellung gezeigt, während der 1920er Jahre folgen regelmäßig weitere Ausstellungen in der Kunsthalle und dem Ernst Múzeum in Budapest. In den 1930er Jahren ist Patkó wiederholt mit Werken auf der Biennale in Venedig vertreten. Der ungarische Kunsthistoriker Tibor Gerevich (1882-1954) organisiert nach Patkós Tod 1941 eine Gedenkausstellung im Nationalen Salon in Budapest. Ein Großteil von Károly Patkós überschaubarem Œuvre wird von seinem ältesten Bruder Rudolf während bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen exportiert. Ihm, der sich 1940 unter dem anglisierten Namen Rudolf Palmer als Koch in London niederlässt, ist es zu verdanken, dass Patkós Werke, trotz des frühen Todes, doch noch einer breiten internationalen Öffentlichkeit bekannt werden. Rudolf Palmer organisiert Ausstellungen im Wiener Konzerthaus (1950) und in der Neuen Galerie des Wiener Kunsthändlers Otto Kallir (1955, beide unter dem Namen „Karl Pátko“), sowie 1957 in der Foyles Kunstgalerie in London („Charles Patko“). Seit der Jahrtausendwende tauchen Károly Patkós Werke wieder verstärkt auf dem internationalen Kunstmarkt in Ungarn, London und Deutschland auf.

Aufgrund seines frühen Todes umfasst Patkós Schaffensperiode nur zwei Jahrzehnte in den 1920er und 1930er Jahren. In seinem charakteristischen Malstil und der lebendigen Farbwahl ist der starke Einfluss von Paul Cézanne und der französischen Fauves deutlich spürbar. Das hier angebotene Gemälde zeigt eine sommerliche Szene in der Umgebung von Törökkoppány. In dieser ungarischen Gegend verbringen Patkó und Aba-Novák die Sommermonate 1927 und 1928, zeitweise mit weiteren Künstlerfreunden. Es entstehen zahlreiche idyllische Landschaften, die von einem außergewöhnlichen Farbenreichtum und gleißendem Sommerlicht erfüllt sind. Erst heute, nach der Wiederentdeckung der ungarischen Fauves, werden die Gemälde von Károly Patkó und seinen Zeitgenossen wieder geschätzt und sind bei internationalen Sammlern begehrt.