Jorinde Voigt

Grosses Dual 2 Horizonte; Mögliche Farben des Horizonts; Position; Himmelsrichtung N-S; Externe Zentren; Melodie; Zäsur; Rotationsrichtung; Umdrehungen/ Jahr; Umdrehungen/Tag; Kontinentalgrenze; Territorium; Konstruktion/ Dekonstruktion

Details

Ausstellung:
Galerie Klüser, München 2011;
Now, Kunsthalle Krems, 2015.

Provenienz:
Galerie Klüser, München;
Privatsammlung, München.

Beschreibung

Für ihre großformatigen, ausdrucksstarken Zeichnungen entwickelt Jorinde Voigt eine eigene visuelle Sprache, eine Art abstrakten Zeichencode. Dieser erscheint zwar einerseits zutiefst subjektiv, ist jedoch andererseits strengen, individuellen Regeln und Systemen unterworfen.
Voigt bringt dabei nicht Gegenständliches oder klar Definiertes zu Papier, sondern nähert sich über filigrane Bögen und Linien, Zeichen, Notizen, Markierungen und Zahlenfolgen bestimmten Naturphänomenen, kulturellen Mustern oder sinnlichen Erfahrungen an.

Das „Große Dual“ verdeutlicht dies auf eindrückliche Art und Weise: Die großformatigen Blätter folgen einer inneren Logik, welche die Künstlerin durch die Benennung der einzelnen Elemente offenlegt. Hier: „2 Horizonte; Mögliche Farben des Horizonts; Position; Himmelsrichtung N-S; Externe Zentren; Melodie; Zäsur; Rotationsrichtung; Umdrehungen/ Jahr; Umdrehungen/ Tag; Kontinentalgrenze; Territorium; Konstruktion/ Dekonstruktion“.
Alle diese Elemente bilden einen Möglichkeitsraum, in dem Jorinde Voigt die Zeichnung verortet und man findet sie auch als handschriftliche Einträge auf der Arbeit wieder.
Doch trotz dieser Aufzeichnungen macht es die Künstlerin dem Betrachter nicht leicht, ihre Bilder zu entschlüsseln: Die Zeichnungen sind nicht linear lesbar, vielmehr hat die Künstlerin verschiedene Rotationswinkel, Zeitebenen und Betrachterpositionen in ihren Arbeiten angelegt, die über die Zweidimensionalität des Papiers hinausweisen.
Jorinde Voigts einzigartige Zeichnungen sind daher der Versuch, Unsichtbares sichtbar zu machen: die Welt aufzuzeigen und die ihr zugrunde liegenden Parameter wie Distanz, Geschwindigkeit, Himmelsrichtung, Frequenz zu visualisieren sowie das vielfältige Nebeneinander von Möglichkeiten zu offenbaren.

Ihre Arbeiten befinden sich mittlerweile in vielen Sammlungen weltweit, unter anderem im Museum of Modern Art in New York und im Centre Pompidou in Paris.