Don Eddy

„Detail 1 of Bumper Section XII: Isla Vista“

Details

Provenienz:
Privatbesitz, Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

Die documenta 5 mit dem Titel „Befragung der Realität – Bildwelten heute“ gilt als die bislang wichtigste documenta. Neben den neuen Kunstformen zählt die Ausstellung der Fotorealisten in der neuen Galerie zu den wichtigsten Elementen, die zum Erfolg dieser documenta beitrugen.
Dort auch vertreten: Don Eddy, einer der 13 Gründungsmitglieder des amerikanischen Fotorealismus, einer Bewegung der 1960er Jahre, die sich gegen den abstrakten Expressionismus wendet und stattdessen die möglichst präzise Wiedergabe des Bildraumes zum Ziel hat.
Als Vorlage dienen den Künstlern Fotos, die sie als Dias auf die Leinwand projizieren, um sie nachzumalen. Als Schlüsselfigur dieses Genres setzt sich Don Eddy verstärkt mit der Abbildung von Autos auseinander und ist spätestens ab den 1970er Jahren als sogenannter „Automaler“ weltbekannt.
Seine Gemälde zeigen ausschnitthafte Darstellungen von Stoßstangen, Radkappen, Reflektionen auf Motorhauben oder Kühlergrills, wie hier auf diesem Gemälde von 1970.
Trotz der realistischen Malweise lassen sich die dargestellten Objekte erst auf einen zweiten Blick erfassen. Seine Leinwände zeigen mehr als ein Foto: Im Gegensatz zu den Linsen von Auge und Kamera, die nur jeweils eine Ebene scharf stellen, erscheinen bei Eddy mehrere Ebenen gleich scharf. – Während das menschliche Auge „entweder auf oder durch eine Scheibe blickt, aber nicht beides zugleich“, wie er selbst betont.
Ende der 1970er Jahre radikalisiert sich sein Ansatz zunehmend, zunächst fasziniert von glänzenden Blechen und spiegelnden Chromteilen, gelangt Eddy zu Arbeiten, in denen sein Realismus nahezu vollständig in ein komplexes Gefüge aus Brechungs- und Reflexionsverhältnissen übergeführt ist.
Die Arbeit „Detail 1 of Bumper Section XII: Isla Vista“ entspricht diesem Gestaltungsprinzip eines rätselhaften Vexierbildes, ist aber zu gleicher Zeit weiterhin dem Realismus verhaftet und steht damit charakteristisch für sein Œuvre Anfang der 1970er Jahre.
Die Werke Don Eddys befinden sich heute beinahe ausschließlich im Besitz amerikanischer Sammler und Museen, so ist es eine Seltenheit, wenn ein Werk auf dem deutschen Auktionsmarkt auftaucht.