Rembrandt Harmensz. van Rijn

Christus heilt die Kranken. Genannt: Das Hundertguldenblatt

Details

Bartsch 74; White/Boon 74; Hinterding/Rutgers (The New Hollstein) 239 II (von IV, II D).

Beschreibung

Hervorragender, kräftiger und fein nuancierter Druck von großer atmosphärischer Wirkung. Auf die bzw. knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten. Die um 1648 entstandene Radierung zählt zu den Hauptblättern des graphischen Werks Rembrandts und erfreute sich bereits zu seinen Lebzeiten großer Beliebtheit. Der Titel „Hundertguldenblatt“ basiert auf einer Anekdote, die besagt, Rembrandt habe dieses Blatt für ein Konvolut von Grafiken Raimondis im Gegenwert von verlangten 100 Gulden eingetauscht.
Von erstem Druckzustand sind lediglich neun Exemplare auf Japanpapier erhalten geblieben. Nach wenigen Überarbeitungen im zweiten Zustand entstanden die ersten Auflagen auf Büttenpapier. Es ist anzunehmen, dass die Abzüge mit dem Wasserzeichen „Strasbourg Lily“ zwischen 1650 und 1655 gedruckt wurden, da es auch auf früheren Zustandsdrucken anderer Blätter zu finden ist, die in dieser Zeitspanne entstanden sind. Die Druckplatte ging nach dem Tod Rembrandts nicht die gleichen Wege, wie jene, die später in den Besitz von Basan gelangten. Sie blieb noch für einige Zeit im Besitz des Verlegers Clement de Jonge und wurde nach 1760 durch Greenwood nach England gebracht. Ab 1775 konnte sie schließlich in der Hand von Captain William Baillie nachgewiesen werden, der sie stark überarbeitete und in einzelne Teile zerschnitt. – Überwiegend verso fleckig. Mit einer rückseitigen vertikalen Knickfalte. Zahlreiche, geschlossene Risse im Rand und in der Darstellung. Lebzeitenabzüge im zweiten Druckzustand sind selten!