George Condo

„…the natural consequence of desire.“

Details

Provenienz:
Galleria Salvatore Ala, Mailand;
Collezione Carlo Tivioli, Mailand;
Collezione Giuliana Romani Adami, Mailand;
Galleria Proposte d´Arte, Legnano;
Privatsammlung, Italien.

Beschreibung

„I don´t want to take their work and make it look like mine, I´m more interested in my work looking like theirs“. George Condo in einem Interview anlässlich der Ausstellung „Mental States“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2012.

1984 ist ein entscheidendes Jahr im Œuvre George Condos: Die Monographie „Painting reconfigured“ widmet ihm ein ganzes Kapitel. Es ist das Jahr in dem sich in seinem Werk erstmals der Stil manifestiert, der sich heute rückblickend als „Condo-esk“ bezeichnen ließe. Der New Yorker Künstler war 1982 nach Köln und Paris gereist, um europäische Kunst nicht nur zu sehen und begreifen, sondern um sie zum Ausgangspunkt seines eigenen Schaffens zu machen. Während er in Paris als Einzelgänger intensiv die Museen besucht hatte, wurde er in Köln sofort in die vibrierende Kunstszene um Walter Dahn, Andreas Schulze, Dokoupil und Rosemarie Trockel integriert. Monika Sprüth zeigt 1984 in der Ausstellung „Nouveau Boheme“ eine erste Serie bemerkenswerter Werke George Condos: Sie spielen ganz offensichtlich mit Einflüssen der Surrealisten Salvador Dali und Giorgio de Chirico und haben doch etwas originär Eigenes. Wilfried Dickhoff beschreibt Condo im Katalogtext sehr treffend als „Irrealisten, der nach Europa kam, um den Steinbruch der europäischen Kunstgeschichte für seine Zwecke zu plündern: für den Kult des Scheins im „faked masterpiece.“ „…the natural consequence of desire“ ist eines dieser ersten stilprägenden Bilder, in dem Condo mit gelassener Leichtigkeit die metaphysische Melancholie Dalis mit der Symbolschwere der späten Stillleben de Chiricos paart. Fast ist es so, als lieferten die traumatischen Bildphantasien der Surrealisten hier das Material für eine spielerische Bildfindung, die mit einem Augenzwinkern Versatzstücke einer fremden Welt in Szene setzt. „…the natural consequence of desire“ steht als ein möglicher Deutungshinweis á la René Magritte handschriftlich in den Himmel geschrieben: Die natürliche Konsequenz der Lust könnte man als das Fortbestehen der Menschheit begreifen.