Christo und Jeanne-Claude

„Valley Curtain (Project for Colorado) Rifle, Grand Hogback“

Details

Das Werk ist im Archiv Christo and Jean-Claude, New York, registriert.

Provenienz:
Galerie Semiha Huber, Zürich, verso mit dem Etikett;
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

„Do you know that I don’t have any artworks that exist? They all go away when they’re finished. Only the preparatory drawings and collages are left, giving my works an almost legendary character.“

In diesem Spätsommer konnte ein letztes Projekt der Ausnahme-Künstler Christo und Jeanne-Claude posthum und 60 Jahre nach der ersten Idee dazu realisiert werden: die Verhüllung des L’Arc de Triomphe in Paris.
Die Collage „Valley Curtain (Project for Colorado) Rifle, Grand Hogback“ bezieht sich auf eines der ersten legendären Großprojekte, die Christo und seine Frau Jeanne-Claude in ihrer Wahlheimat USA realisieren konnten.
Bereits Ende 1970 begannen die beiden mit den Vorbereitungen für das Projekt: Ein Vorhang sollte durch das knapp 400 m breite Rifle -Tal mitten in den Rocky Mountains gespannt werden. Nach intensiven Auseinandersetzungen mit Behörden und Umweltschützern unternahm das Künstlerpaar im Oktober 1971 einen ersten Versuch, allerdings zerfetzte heftiger Wind den orangefarbenen Vorhangstoff. Christo und Jeanne-Claude ließen sich von diesem Rückschlag nicht beirren und planten erneut das scheinbar Unmögliche: Am 10. August 1972 befestigte eine Vielzahl von Ingenieuren, Bauarbeitern und freiwilligen Helfern die letzten Seile des rund 18.700 Quadratmeter großen Nylongewebes an einem Stahlkabel, das an beiden Seiten des Tales im Berg verankert war. Unzählige Fotos und auch ein Film dokumentieren die Arbeit. Da jedoch erneut ein Sturm aufzog, musste die temporäre Installation nach nur 28 Stunden wieder abgebaut werden.

„Valley Curtain (Project for Colorado) Rifle, Grand Hogback“ veranschaulicht die Idee des Valley-Curtain Projekts auf herausragende Weise: Der leuchtend orange Stoff steht in seiner weichen und fließenden Haptik in spannungsvollem Kontrast zur dunklen schroffen Felszeichnung des Grand Hogback im Hintergrund und einer Silhouette von dicht gezeichneten verschatteten Bäumen und Büschen im Vordergrund. Nach unten hin wird die Zeichnung begrenzt von der Straße, die das Tal durchzieht. Erst darunter die handschriftlichen technischen Angaben sowie ein Stück des orangefarbenen Original-Nylongewebes, die daran erinnern, dass es sich bei diesen vorbereitenden Collagen um seltene Zeitdokumente handelt, die heute vom Erreichen und Realisieren des scheinbar Unmöglichen berichten. Sie illustrieren die Visionen der beiden Künstler und zeugen von einer unerschöpflichen Fantasie, ihrem grandiosen Vorstellungsvermögen und ihrem lebenslangen Festhalten an Ideen.