Serge Poliakoff

Composition abstraite

Details

Poliakoff II 51-70.
Mit einer Fotoexpertise von Marcelle Poliakoff, Paris, vom 28.11.1972, dort mit dem Titel „Composition noir, jaune, orange“ sowie der Datierung 1950-52.

Ausstellung:
Robert Jacobsen – Serge Poliakoff, Kunsthalle, Basel 1958, verso mit dem Etikett und der typographischen „No. 4271“, wohl außer Kat.;
Serge Poliakoff, Musée Municipal, Vallauris 1978, Kat.-Nr. 14, verso mit dem Etikett auf dem Rahmen.

Provenienz:
Collection Annie Ronchèse, Nizza;
La Succession Annie Ronchèse, Drouot-Montaigne, Paris 4.12.2003, Los 59;
Privatsammlung, Schweiz.

Beschreibung

Verso auf dem Keilrahmen mit teils unleserlichem Stempel „(…) M. Besnier No. (…)796“ sowie handschriftlichen Bezeichnungen „T 660“ und „60.P.“. Fest im Schattenfugenrahmen montiert. Zur Katalogisierung nicht ausgerahmt.

Poliakoff findet in seiner Malerei ab 1935 nach und nach zu rein abstrakten Formen und lässt damit sein gegenständliches Frühwerk im Sinne der klassisch-akademischen Ausbildung hinter sich. Von nun an setzt er zunehmend die reine Farbe ohne gegenständliche Bezüge ein. Wichtige Anregungen erhält Poliakoff von Kandinsky, den er in Paris kennenlernt, dem Künstlerpaar Delaunay und auch von dem Maler und Bildhauer Otto Freundlich. Trotz dieser dominanten Einflüsse entwickelt Poliakoff schnell eine sehr individuelle und unverwechselbare Form der abstrakten Malerei. Anfangs bewegen sich seine Farbflächen noch in einem etwas gedeckteren graubraunen Farbspektrum, ab den 1950er Jahren hellt sich die Farbpallette deutlich auf und er stellt leuchtend bunte Farbflächen nebeneinander. Dabei nimmt die Dichte der Formen zur Bildmitte hin zu und ihre Konturen sind stets leicht gekrümmt, sodass sich kaum wahrnehmbare Schwingungen und Rhythmen ergeben. Die ausgewogenen Proportionen der Formen im Bildraum und die feinharmonische Abstufung der Farben führen zu einer einzigartigen, meditativen Wirkung, welche die Malerei Poliakoffs charakterisiert.

„Ich erinnere mich noch gut daran, wie mich mein Vater (…) in die morgendliche Stille seines Ateliers mitnahm, um mich in seine Methode der Bildkonstruktion einzuführen. (…) Er begann mit der Auswahl von Pigmenten aus seiner bewusst eingeschränkten Farbpalette: zwei Blautöne, zwei Rottöne, ein Grün, ein Gelb, ein Schwarz und ein Weiß. Mit diesen erreichte er durch die Transparenz der übereinander gemalten Schichten Reichtum und Vielfalt der Farbtöne. Das gemahlene Pigment wurde mit Bindemittel auf einer Glasplatte sorgfältig mit dem Malmesser gemischt. Die resultierende Farbe wurde dann ohne Zögern, aber mit Präzision auf zwei oder drei der Formen aufgetragen, so dass sie ihren Platz in der Komposition einnehmen und sich gegenseitig widerhallen konnten.“ Alexis Poliakoff (zit. nach: WVZ Bd. III, S. 10).