Erich Heckel

„Stehende“ (Akt/Stehender Akt)

Details

Dube H 234 a II (von II); Ebner/Gabelmann 529 II a (von b).

Provenienz:
Sammlung Dr. Ernst Hauswedell, Hamburg;
Grisebach, Berlin 26.5.1995, Lot 30;
Privatbesitz, Wien.

Beschreibung

Das graphische Schaffen Erich Heckels beginnt, wie bei seinem Weggefährten Ernst Ludwig Kirchner, mit dem Holzschnitt. Im vorliegenden Blatt, das zu den bedeutendsten Graphiken Heckels zählt, findet Heckel intuitiv zur Bildmitte. Der großformatige Holzschnitt mit einer nackten jungen Frau, mit über dem Kopf erhobenen Armen, entsteht zeitgleich mit Kirchners „Akt mit schwarzem Hut“.
Beide Graphiken drücken die Bewunderung für Lucas Cranachs Holzschnitt „Venus und Amor“ (1508/09) aus.

Durch Otto Mueller, den Kirchner 1910 kennenlernt und den die Gruppe seit 1910/11 regelmäßig besucht, kommen Heckel und Kirchner mit Cranachs Arbeiten in Berührung und sind von seinem Werk tief beeindruckt. Vor allem die hohe schlanke Proportion der Figur inspiriert beide und so übernehmen sie diese auch in ihren eigenen Holzschnitten. Bei der Dargestellten könnte es sich um die Tänzerin und spätere Ehefrau – Sidi Riha – handeln, mit der Heckel Ende 1911 nach Berlin übersiedelt.