Albrecht Dürer

Der heilige Eustachius

Details

Bartsch 57; Meder 60 c-d (von k); Schoch/Mende/Scherbaum 32 c-d (von k).

Provenienz:
Nicht identifizierter Sammlerstempel verso (Lugt 5818).

Beschreibung

Ausgezeichneter, gegensatzreicher und warmtoniger Abdruck mit der Horizontalen vom linken Turm ausgehend und den Schrägen auf dem nach rechts stehenden Hund. An drei Seiten teilweise mit einem feinen Rändchen um die Plattenkante, die untere Kante auf dieselbe geschnitten.
Der dem Format nach größte Kupferstich Dürers zählt zu den Hauptblättern des Künstlers und gilt als „erster Höhepunkt“ in seinem Kupferstichwerk. Eustachius war der Legende nach ein römischer Offizier in der Armee Trajans, der durch die Begegnung mit einem Hirsch, der das Kruzifix im Geweih trug, zum Christentum bekehrt wurde und später den Märtyrertod erlitt. Der Stich zeigt die Meisterschaft Dürers in der Wiedergabe von Naturformen in ihren unterschiedlichen Beschaffenheiten auf einem Höhepunkt. Von der Bodenvegetation im Vordergrund über den Schwanenteich mit Brücke bis zum Burgberg mit Vogelschwarm wird jedes Detail mit der gleichen Akribie wiedergegeben, sodass ein ganzer Mikrokosmos entsteht, dessen Verherrlichung mit der Anbetung Christi durch den römischen Heiligen einhergeht. – Überwiegend verso leicht nachgedunkelt und etwas fleckig. Mit der geglätteten Hängefalte, ansonsten in gutem Zustand.