Auktion 306: Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts | 24. November 2021
Friedrich von Olivier

9 Bll.: Die Familie des Künstlers

Details

Literatur:
Vgl. Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik. Berlin 1999 (Nachdruck der Ausgabe 1938), S. 321, Abb. 204 (sehr ähnliches Bildnis der Johanna Olivier).

Provenienz:
Aus dem Besitz der Nachfahren von Oliviers Tochter Gabriele, verh. Loth;
Neumeister, München, Auktion 342, 3.12.2008, Los 535;
Europäische Privatsammlung.

Beschreibung

Aus der 1825 zwischen Friedrich Olivier und Franziska Heller geschlossenen Ehe gingen insgesamt acht Sprösslinge hervor. Die vorliegenden, in leichten Aquarelltönen angelegten Zeichnungen vereinen ein Selbstporträt des ergrauten Dessauer Künstlers sowie weitere Brustbilder seiner Frau Franziska, genannt Fanny (1805 –1886), der beiden Söhne Julius (1827(?)–1913) und August (1835–1876), der Töchter Gabriele (1832–1899), Johanna und Peggy sowie zweier namentlich nicht überlieferter Töchter, womit die Großfamilie fast komplett ist. Die meisten Familienangehörigen sind im Profil dargestellt, der älteste Sohn dreht den Kopf nach links, während das Familienoberhaupt uns frontal entgegenblickt. Besonders reizvoll ist der Zusammenklang zwischen den von aschblond bis kastanienbraun reichenden Haaren, dem blassen Teint und der zumeist blauen, teils mit Weiß gehöhten Kleidung.
Zum Zeitpunkt des Entstehens dieser Porträts lebten Olivier und seine Familie in München, wo er auf Vermittlung seines Schwagers Julius Schnorr von Carolsfeld Arbeiten an den Fresken des Nibelungensaals in der Münchner Residenz übernahm. Dessen Ehe mit Fannys jüngerer Schwester Maria übertraf mit zehn Kindern sogar noch den Kindersegen der Oliviers, bald herrschte schlichtweg Platznot. Die Familien entschieden sich dafür, ein Grundstück in der Nähe der Glyptothek an der Ecke Brienner- und Arcisstraße zu erwerben und konnten im Oktober 1833 den Neubau beziehen. Sicherlich zierten diese Porträts eine Wand des Künstlerhaushaltes. – Leicht gebräunt und vereinzelt mit hellen Verfärbungen in den Ecken, wohl durch die rückseitige Montierung. Insgesamt in altersgemäß guter Erhaltung.