Heinrich Bürkel

Italienische Berglandschaft (Gegend bei Olevano mit Blick auf den Monte Alto)

Details

Bühler/Krückl 439.

Literatur:
Hans-Peter Bühler und Albrecht Krückl, Heinrich Bürkel mit Werkverzeichnis der Gemälde, München 1989, Kat.-Nr. 439, mit Abb. S. 276.

Provenienz:
Sammlung Joseph Clemens Prinz von Bayern (1902-1990), München;
Scheublein, München, Auktion 30, 18.9.2015, Los 499;
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Insgesamt drei Mal hat Heinrich Bürkel Rom und seine Umgebung besucht, zunächst 1830 als noch junger Maler, später nochmal 1838 und 1853, doch nur während des ersten frühen Aufenthalts, der bis 1832 dauerte, entstanden derart stimmungsvolle Ölstudien, mit denen sich Bürkel in die Reihe deutscher Freilichtmaler wie Heinrich Reinhold oder Friedrich Nerly stellt. Zusammen mit Theodor Leopold Weller machte Bürkel während der heißen Sommermonate Ausflüge in die nähere Umgebung von Rom, besuchte Tivoli, Subiaco oder Olevano, wo die Studie geschaffen worden sein mag. Sonst seine Gemälde in Zeichnungen akribisch vorbereitend – im Museum seiner Heimatstadt Pirmasens befinden sich über 2000 Bleistiftzeichnungen –, ist das kleine Gemälde „alla prima“ als Studie vor Ort entstanden. Abendlicher Dunst umhüllt die Landschaft wie ein bläulicher Schleier, in dem schemenhaft die Formationen der Landschaft erkennbar sind. Von Violett bis Himmelblau erstreckt sich seine Farbpalette, nur in der Mitte setzt er einen weißen Farbakzent – wohl der aufsteigende Rauch einer einsamen Köhlerhütte. In der atmosphärisch aufgeladenen Erfassung des südlichen, dunstigen Lichts und der abendlichen Stimmung unterscheidet sich Bürkels kleine Ölskizze grundlegend von seinen biedermeierlich-realistischen Genreszenen, mit denen er so erfolgreich war, doch offenbart sie Bürkels malerisches Potential: Frei und spontan „alla prima“ mit dem Pinsel auf Papier gemalt, erfasst er mit lockerem Pinselstrich die Flüchtigkeit des Natureindrucks. Sie zeigt einen auch heute noch nahezu unbekannten Bürkel, denn solche Ölstudien blieben privat, waren nicht zum Verkauf bestimmt und blieben noch lange Zeit im Nachlass des Künstlers verborgen.