Details

Provenienz:
Galerie Schöttle, München;
Privatsammlung, München, 2015 bei Vorgenannter erworben.

Beschreibung

Still, distanziert und in sich ruhend steht er mit spitzem Hut, langem Mantel und mit Zauberstab auf seinem weiß getünchten hohen Sockel, der „Zauberer“ von Stephan Balkenhol. Wie nahezu immer bei Balkenhols Figuren, ist er ganz für sich – er blickt nach vorn, ohne eine Sichtbeziehung zum Betrachter aufzunehmen. Abwesend und ohne jegliches Kennzeichen subjektiver Befindlichkeit oder Emotion hält er den schwarz-weißen Stab in seiner linken Hand empor. Der weite, nahezu bodenlange Zaubermantel in kräftigem Blau mit weißen, flockigen Sternentupfen und weitem Arm umhüllt die Figur, nur die Spitzen der schwarzen Stiefel sind zu sehen.
Anfang der 1980er Jahre beginnt Balkenhol, die menschliche Figur als Thema der Bildhauerei neu zu interpretieren. Mit traditionellem Werkzeug wie Hohleisen, Schnitzmesser oder Klöppel schlägt er seine Figuren zügig aus Holzblöcken und koloriert diese im Anschluss. Trotz ihrer rauen Oberfläche mit z.T. abstehenden Spänen sind sie von unglaublicher Präzision. Die für den Künstler so klassische Kombination aus schwarzer Hose und weißem Hemd ersetzt Balkenhol hier ungewöhnlich farbenfroh durch das typische Outfit des Zauberers. Entstanden im Jahr 2015, gibt Balkenhol auch diesem Werk keinen Titel, der über das, was der Betrachter sieht, hinausgeht und motiviert diesen so nicht nur zum Innehalten, sondern auch zu weiteren, eigenen Deutungsmöglichkeiten seiner faszinierenden Figuren – sowie zur menschlichen Existenz an sich.