Auktion 303: Moderne & Zeitgenössische Kunst | 14. Juli 2021
Auguste Renoir

Jeunes femmes dans un jardin

Details

Vollard I, 655; Dauberville III, 2028.
Mit einer Fotoexpertise von François Daulte, Lausanne, vom 20.7.1989 sowie einer Expertise von Guy Wildenstein, Wildenstein Institute, Paris, vom 24.4.2015.
Das Werk wird vom Wildenstein Plattner Institut, Paris, in das in Vorbereitung befindliche digitale Werkverzeichnis der Werke von Pierre-Auguste Renoir aufgenommen.

Ausstellung:
Collection David et Ezra Nahmad: Impressionisme et Audaces du XIXème Siècle, Musée Paul Valéry, Paris 2013, Kat.-Nr. 28, Abb. S. 112.

Provenienz:
(Wohl) Davidson, Coe Kerr, New York;
Lawrence O’Hana Gallery, London, bei Vorgenannter ca. 1952 erworben;
Privatsammlung, bei Vorgenannter ca. 1957 erworben;
Christie’s, London 3.4.1989, Los 14;
Privatsammlung, Europa.

Beschreibung

Zwischen 1890 und 1897 residierte Auguste Renoir gegenüber von Chateau de Brouillards in Montmartre in Paris, in dessen Garten wohl das vorliegende Gemälde Jeunes femmes dans un jardin entstanden ist. Diese Zeit war für Renoir prägend, da 1894 sein Sohn Jean gegenüber der Parkanlage geboren wurde. Renoir malte in dieser Periode zahlreiche Gemälde, die das Leben und die Freizeitbeschäftigungen der Mittelschicht im ausgehenden 19. Jahrhundert widerspiegelten: das Haus, den Park und den Garten.
Renoir bringt in diesem Gemälde seine Faszination und gleichzeitige Bewunderung für die Künstler des 18. Jahrhunderts wie Antoine Watteau und Jean-Honoré Fragonard zum Ausdruck. Anknüpfend an die damalige Zeit zeigt er eine Gruppe von Damen, die er mit Hut und schönen Kleider ausstattet und gesellt die Kinder dazu, die bei einer kleinen Rast des nachmittäglichen Spaziergangs auf der Promenade dargestellt werden. Von seinen Vorbildern ausgehend spannt er einen großen Bogen in die Zeit des Impressionismus und setzt die Gruppe in eine Landschaft, die von der Freilichtmalerei geprägt ist. Er malt mit einer weichen Farbpalette und setzt federleichte Farbakzente, die die friedliche Schönheit der Umgebung in Szene setzen und eine harmonische Stimmung erzeugen.
Renoir hat sich in seinem künstlerischen Schaffen beinahe allen Bildthemen zugewandt: Landschaft, Stillleben, Akte und Portraits. Als Porzellanmaler begonnen, avancierte er im Herbst seines Lebens zum Bildhauer. Allerdings widmete er sich immer wieder einem Sujet: der Frau. Auch in dieser Arbeit rückt er sie wieder in das Zentrum – diesmal nicht als Geliebte, Verwandte, Mädchen von der Straße, Hausmädchen oder Schauspielerin – sondern diesmal als Dame von Welt und Vertreterin der Mittelschicht.
Somit vereint Jeunes femmes dans un jardin die wichtigsten Aspekte von Renoirs Arbeit und Werk mit der impressionistischen Freiluftmalerei.