Serge Poliakoff

Composition abstraite

Details

Poliakoff III 60-154, Archiv-Nr. 860129.
Mit einer Fotoexpertise von Alexis Poliakoff, Archives Serge Poliakoff, Paris, vom 28. März 2007 (in Kopie).

Literatur:
La Gazette de l’Hôtel Drouot, Nr. 10, Paris 9.3.2007, mit farb. Abb. S. 12.

Provenienz:
Knoedler & Co, New York (BK 252);
Galerie Stangl, München;
Privatsammlung, Süddeutschland, 1959 bei Vorgenannter erworben;
Karl & Faber, 4.12.2008, Los 1622;
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Verso bezeichnet „BK 252″.

Im Werkverzeichnis und der Expertise von Alexis Poliakoff ist das Entstehungsdatum der vorliegenden Arbeit mit „1960“ angegeben. Dieses Datum wird jedoch durch den Münchner Galeristen Otto Stangl widerlegt, der in einem persönlichen Schreiben vom 26. Januar 1960 ausführt, dass die Gouache „im Sommer 1958 in Deauville entstanden“ ist, „wo der Künstler zu der Zeit lebte“. Stangl schreibt weiter: „Ich besuchte ihn dort und erwarb mit einigen anderen Arbeiten diese schöne Gouache.“
Serge Poliakoff genießt in seiner Jugend eine umfassende musikalische Ausbildung und ist zeit seines Lebens der Musik verbunden – dies zeigt sich auch in seiner Kunst. Vergleichbar dem Kompositionsprinzip der Homophonie in der Musik, bei dem sich die begleitenden Stimmen einer Hauptstimme unterordnen, ordnen sich im vorliegenden Werk alle Flächen der Farbe Rot unter. Die im weitesten Sinn in einer Kreuzform angelegte Komposition bietet trotz der schmalen Farbpalette eine ausgewogene und differenzierte Farbigkeit, die in rhythmisch atmenden Flächen über den Bildgrund verteilt ist. Die imaginäre Vorstellung einer Kreuzesform ist ein Leitmotiv von Poliakoff und bestimmt mehr oder weniger deutlich die Verteilung der Farbformen auf der Bildfläche.