Otto Dix

Erinnerung an die Spiegelsäle von Brüssel

Details

Karsch 10 II (von II).

Provenienz:
Galerie Nierendorf, Berlin;
Privatsammlung, Schweiz, in den 1960er Jahren bei Vorgenannter erworben;
Privatsammlung, Europa, durch Erbfolge an den heutigen Besitzer.

Beschreibung

Die Auflage erschien in der insgesamt 6 Bll. umfassenden Mappe „Radierwerk I“, herausgegeben von Heinar Schilling im Dresdner Verlag als 1. Mappe der „Graphischen Reihe“.

Nach den Jahren des Ersten Weltkriegs entwickeln sich die darauffolgenden 1920er Jahre, trotz tiefer greifender wirtschaftlicher und politischer Krisen, zu einem ganz besonderen Jahrzehnt. Mit der ausschweifenden und zügellosen Kultur der Nachtklubs und verruchter Etablissements versuchten die Menschen die Schrecken der vorangegangenen Kriegsjahre sowie Hunger und Entbehrungen zu verdrängen. Insbesondere Berlin wird daher bald zum Ziel für alle, die vergessen oder sich im Exzess verlieren wollen. Otto Dix war nicht nur ein Beobachter dieser Kultur, sondern ein vollwertiger Teilnehmer. Er fasst diese Themen mit all ihrer moralischen und ethischen Fragwürdigkeit in einem umfangreichen zeichnerischen und druckgraphischen Werk in größter Direktheit und mit einer einzigartigen Intensität auf und wird so zu einem der größten Dokumentaristen des Nachtlebens Berlins – oder in diesem Fall des Spiegelsaals in Brüssel.