Josef Eberz

Bildnis einer Frau mit Schleier

Details

Provenienz:
Prof. Dr. Hugo Kehrer, München;
Hauswedell & Nolte, Hamburg 9.6.2000, Los 1372;
Van Ham, Köln 4.6.2010, Los 35;
Privatsammlung, Europa.

Beschreibung

In der heutigen Zeit würde man Josef Eberz als „Multitalent“ beschreiben. Er war Maler, Graphiker, Illustrator, Entwerfer von Mosaiken und Glasfenstern. In München studiert er bei Franz von Stuck und Peter Halm, bevor er über Düsseldorf und Karlsruhe nach Stuttgart kommt, wo er Meisterschüler von Adolf Hölzel wird. Dadurch nimmt Eberz 1912 an der Sonderbund-Ausstellung in Köln teil, die bis dato größte Ausstellung für Kunst der Moderne. Seine Arbeiten werden neben Werken von van Gogh, Munch und Picasso ausgestellt. In der Folgezeit wendet sich Eberz vermehrt der sakralen Kunst zu, malt Kirchen aus und entwirft Kirchenfenster. Ein vorläufiger Höhepunkt seiner Karriere ist ein Stipendium an der Villa Massimo im Rom 1929. Während des Dritten Reichs gilt die Kunst von Eberz als „entartet“ und die Münchner Sezession, der er angehörte, wird aufgelöst.

Bei der Dargestellten handelt es sich wohl um die Ehefrau des Kunsthistorikers Prof. Dr. Hugo Kehrer, einem Experten für spanische Kunst. Ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit fertigt Josef Eberz ein Porträt an, das die Distanziertheit und Melancholie auf hervorragende Art und Weise vereinigt. Das melancholische Element wird durch den leichten schwarzen Schleier unterstrichen, der den Blick noch mehr vom Diesseits weglenkt. Einzig die Blume und der Ehering hellen die Szenerie leicht auf.