Ernst Ludwig Kirchner

Fränzi vor geschnitzter Figur

Details

Die vorliegende Arbeit ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern, dokumentiert.

Vgl. Literatur:
Henze, Wolfgang, Die Plastik Ernst Ludwig Kirchners. Monographie und Werkverzeichnis, Wichtrach 2002, S. 310.

Provenienz:
Nachlass des Künstlers, verso mit dem Basler Nachlassstempel (Lugt 1570b), der handschriftlichen Registriernummer “ K Dre/Ba 18″ und der Nummer „K 8730“;
Galerie Utermann, Dortmund.

Beschreibung

Wie in dem Gemälde „Fränzi vor geschnitztem Stuhl“ aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza (Öl auf Leinwand, ca. 70,5 x 50 cm, 1910) sitzt auch hier Fränzi vor einer hinter ihr skizzierten kleinen Figur, wohl nach afrikanischem Vorbild. Im Gemälde ist der von Kirchner selbst geschnitzte Stuhl noch detaillierter ausgeführt. In unserer Zeichnung ist Fränzi noch in leicht gedrehter Sitzposition wiedergegeben. Ihr langes Haar hat sie etwas nach oben gebunden und rechts und links fallen noch einzelne Haarsträhnen über ihre Schultern. Die im Gemälde fein ausgeführte Kleidung des Mädchens deutet Kirchner hier nur an. In schnellen kräftigen Pinselstrichen fängt er das Mädchen ein. Auch der Körper der Dargestellten ist nur mit einzelnen Umrisslinien gezeichnet. Möglicherweise diente das vorliegende großformatige Blatt als Vorzeichnung für das im selben Jahr entstandene Gemälde der Dresdner Jahre.

Fränzi und ihre Schwester Marcella, zwei Aristenkinder im Alter von etwa 14 und 12 Jahren, werden in der Dresdner Zeit zu den bevorzugten Modellen der Brücke-Künstler und so entstehen bedeutende Werke dieser Schaffensphase.