Karl Horst Hödicke

„Cafe Strese“

Details

Provenienz:
Galerie Folker Skulima, Berlin, verso mit dem Etikett; Marisa del Re Gallery, New York, verso mit dem Etikett; Kunstsammlung Rolf Deyhle, Stuttgart, verso mit dem Etikett;
Privatsammlung, Niederbayern.

Beschreibung

Das Café Stresemann in Berlin-Kreuzberg war Ende der 1970er Jahre einer der Treffpunkte für Künstler, Musiker und Literaten sowie alle, die es werden wollten. Karl Horst Hödicke war regelmäßiger Gast und damals bereits Professor für Malerei an der Westberliner Hochschule für Bildende Künste. Wie kaum einem anderen gelang es dem gebürtigen Nürnberger, die geteilte Stadt, ihr insulares Eigenleben und anarchisches Streben nach Freiheit im Innersten zu erfassen und darzustellen. Mitte der 1960er Jahre hatte eine junge Generation von Berliner Malern, der neben Hödicke auch Bernd Koberling und Markus Lüpertz angehörten, die von Werner Haftmann Mitte der 1950er Jahre proklamierte „Weltsprache Abstraktion“ längst überholt. Sie begehrten mit provozierend realistischen Bildern gegen das erstarrte Diktat der Gegenstandslosigkeit auf und setzten einen dynamischen, unverbraucht zeitgenössischen Neo-Expressionismus dagegen. Hödicke malt mit heftigem Gestus großformatige Großstadtsujets in der ihm eigenen leuchtend expressiven Farbigkeit. In diesem Sinn ist „Cafe Strese“ ein durch und durch typisches Berlin-Bild: Geprägt von einem dynamisch fließenden Gestus, unscharfen Silhouetten vor grellem Gegenlicht sowie dem präzisen Erfassen einer momentanen Stimmung mit Hilfe von wenigen, gekonnt gesetzten Pinselstrichen. All das, was das Berlin vor der Wende ausmachte, steckt in diesem Bild.