Details

Mit einem Echtheitszertifikat des Künstlers, New York, vom 20.10.1989. Das Werk ist in der Carl Andre and Melissa L. Kretschmer Foundation, New York, unter der Nummer RS-1983-58 registriert.

Ausstellung:
Carl Andre, Paula Cooper Gallery, New York 1983;
Carl Andre, Gemeentemuseum Den Haag 1987, Kat. Nr. 58, S. 150;
Carl Andre 1979-1989: 5 Works, Kamakura Gallery,  Kanagawa, Japan 1990.

Provenienz:
Paula Cooper Gallery, New York;
American Fine Arts, New York;
Galerie 1900-2000, Paris;
Kamakura Gallery, Kanagawa/Japan;
Sotheby’s, New York 27.9.2010, Los 43;
Privatsammlung, Deutschland.

Beschreibung

„Die Bedeutung der Kunst liegt nicht darin, daß sie eine Botschaft übermittelt wie ein Telegraph. Es steht hinter dem Kunstwerk keine Idee; die Idee ist das Kunstwerk selbst.“ (Carl Andre, 1986)

Die vorliegende Arbeit „Red Eva Adamas“ aus dem Jahr 1983 gehört zu einer Reihe von vier Bodenskulpturen, die der amerikanische Minimalist Carl Andre seiner 1970 verstorbenen Künstlerfreundin Eva Hesse widmet. Alle vier Arbeiten, in roter, gelber, weißer und blauer Ausführung, werden noch im Jahr ihrer Entstehung in der renommierten Paula Cooper Gallery in New York ausgestellt. Der Aufbau ist stets derselbe: 600 kleine Plastikwinkel werden in 24 Reihen auf ihre Schmalseite nebeneinander gereiht. Dadurch entstehen 576 Quadrate oder, wie Carl Andre sie bezeichnet, „Diamanten“. Die äquidistante Aufstellung der Winkel ergibt eine quadratische Fläche, die in einer Zimmerecke platziert werden soll. Als Material verwendet Carl Andre nicht wie gewohnt Naturelemente wie Holz, Mineralien oder Metall, sondern Kunststoffelemente, wie sie eigentlich in der Verpackungsindustrie eingesetzt werden. Die Winkel dienen als Schutz für empfindliche Baustoffe. Zwar ist die rote Signalfarbe eher untypisch für das Werk von Carl Andre, aber er bleibt auch hier seinem Prinzip treu, Materialien in ihrem natürlichen Erscheinungsbild zu belassen. Im Vergleich zu seinen anderen Bodenskulpturen, die oft aus metallenen Bodenplatten bestehen, ist „Red Eva Adamas“ fragil und instabil. Die Winkel sind nicht fest miteinander verbunden, so dass jegliche Fremdeinwirkung das ganze Gerüst aus der Bahn schieben kann. Diese Eigenschaft korrespondiert nicht mit der tatsächlichen Funktion der einzelnen Winkel, die aufgrund ihrer Materialstärke in sich äußerst stabil sind. Durch variierenden Lichteinfall und Materialbeschaffenheit changiert die strahlend rote Farbigkeit und bringt einen Hauch von Bewegung in ein geometrisch festgelegtes Gerüst. Die Skulptur ist ein subtiles Zusammenspiel von Schönheit, Leichtigkeit, Stärke und Alltäglichem – eine würdige Hommage an die Künstlerin Eva Hesse.