Details

Die Arbeit ist im Archiv der Emil Schumacher Stiftung, Hagen, unter der Nummer 0/685 registriert.
Wir danken Herrn Dr. Ulrich Schumacher, Emil Schumacher Stiftung, Hagen, für die freundliche Auskunft bei der Katalogisierung dieses Werkes.

Ausstellung:
Farben sind Feste für die Augen. Ausstellung zum 100. Geburtstag von Emil Schumacher, Ernst Barlach Haus, Hamburg 2012/13, Tafel 22.

Provenienz:
Galleria Falchi, Mailand, verso auf dem Keilrahmen mit dem Etikett;
Galerie La Medusa Studio D’Arte Contemporanea, Rom, verso auf dem Keilrahmen mit dem Etikett;
Privatbesitz, Hessen.

Beschreibung

„Farben reißen Formen an sich, die Zeichen verlangen Farben“.
Emil Schumacher in Kunst im Kontext, Sprengel Museum Hannover, 1997, S. 17

Das Gemälde „Teuto“ gehört zu den Werken Emil Schumachers, die in der Zeit seines künstlerischen Durchbruchs entstehen: 1961 veranstaltet die Kestner-Gesellschaft in Hannover – damals eines der führenden Häuser der Bundesrepublik – eine erste große Retrospektive Emil Schumachers. Der Künstler unternimmt ausgedehnte Reisen durch Europa und ist sowohl 1958 wie auch 1962 auf der Biennale in Venedig vertreten.
Stilistisch lassen sich Schumachers Werke aus dieser Zeit dem Informel zuordnen. Bereits seit den frühen 1950er Jahren arbeitet der Künstler gegenstandslos, wenngleich seine Bilder durch ihre kraftvolle Materialität ausgesprochen dinglich sind. Die Farbe, die Schumacher aus Pigmenten und Bindemitteln selbst herstellt, wird pastos und kraftvoll aufgebracht und ist so vor allem Material. Ihrer Stofflichkeit gilt Schumachers größtes Interesse. Auch in „Teuto“ beschreibt sie spannungsreiche Kontraste: Helle Flecken schimmern aus der Tiefe des Bildes und brechen die Undurchdringlichkeit der dunklen Partien auf. Die Intensität der Farbe steht im Gegensatz zu der brüchigen Oberfläche des Bildes, das stellenweise die Struktur der Leinwand durchscheinen lässt.
Frei, das heißt ohne Vorzeichnung oder Vorstellung vom Ergebnis, entstehen seine Werke – ein vom Materialgeschehen geleitetes, prozesshaftes Arbeiten. Frei ist somit auch der Betrachter hinsichtlich der Interpretation des Werkes: Obwohl Schumachers Bilder abbildfern sind, deuten ihre Titel bisweilen doch auf die Wiedergabe subjektiven Erlebens bestimmter Naturanschauungen oder lassen Landschaftsbezüge anklingen.