Lyonel Feininger

„Deep 1953“

Details

Achim Moeller, Direktor des Lyonel Feininger Project LLC, New York – Berlin, hat die Echtheit dieses Werkes, das im Archiv des Lyonel Feininger Project unter der Nummer 1432-06-07-17 registriert ist, bestätigt. Mit einer Fotoexpertise vom 7.6.2017.

Ausstellung:
Lyonel Feininger: Oils and Watercolors 1940 to 1955, Willard Gallery, New York 1956, Nr. 18.

Provenienz:
Andreas Feininger, New York;
Privatsammlung.

Beschreibung

Die Sommermonate der 1920er und 1930er Jahre verbringt Feininger mit seiner Familie in dem kleinen Badeort Deep an der pommerschen Ostseeküste nahe Kolberg. In diesen Sommern ruht er sich aus und verbringt viel Zeit mit Skizzieren in der Natur, malt und zeichnet die verschlafenen Fischerdörfer. In seinen späteren Jahren, als er sich in New York endlich zu Hause fühlt, leidet er trotzdem unter der Beengtheit seines Apartments und sehnt sich zurück nach der Inspiration durch die Weite der pommerschen Landschaften. Er schreibt 1953 an seinen Sohn Lux Feininger: „Was ich wirklich misse, ist nach der Natur zeichnen und ‚Notizen‘ zu machen, wie an der Ostsee, in Deep, oder in den Dörfern um Weimar. Irgendwie genügen mir die Motive hier nicht, sie enthalten zu wenig von meinen inneren Wünschen und führen nur zu naturalistischen Ergebnissen (…)“ (Hess, S. 162). Das Motiv des vorliegenden großformatigen Aquarells entspringt Feiningers Erinnerungen an seine Sommer in Deep und die vielen Arbeiten, die dort entstanden sind. Die Ostseemotive tauchen in seinem Alterswerk neben den beliebten Ansichten der faszinierenden New Yorker Architektur immer wieder auf und prägen auch seine in den USA geschaffenen Werke. Maltechnisch unterscheiden sich Feiningers amerikanischen Arbeiten allerdings von seinen frühen Werken; die Farbe fügt sich nun nicht mehr ein in das Liniengefüge, sie befreit sich von dieser Struktur und wird bewegter und eigenständiger. Geometrische Flächen werden nicht mit Farbe ausgefüllt, die Linien begrenzen die Farbe nicht mehr.