Ernst Ludwig Kirchner

Stehende Geigerin

Details

Dieses Werk ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach/Bern dokumentiert.

Provenienz:
Nachlass des Künstlers, verso mit dem Basler Nachlassstempel (Lugt 1570 b), der handschriftlichen Registriernummer „K Da/Bi 128“ in Tusche sowie den Vermerken „C 4818“ und „K 7203“ in Tusche und Bleistift sowie „6860“ in Bleistift.

Beschreibung

In einem Brief an Carl Hagemann vom September 1937 vermeldet Kirchner die Vollendung des Gemäldes „Die Violinistin“ (Gordon 1012), wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Ausstellung in Basel. Stilistisch ist es jedoch wohl schon einige Jahre früher konzipiert worden, so wie eine ganze Gruppe von Zeichnungen gleicher Komposition, die von 1930 bis 1935 entstehen. Die kräftige Kreidezeichnung ist in den für den „Neuen Stil“ Kirchners ab Mitte der 1920er Jahre typischen parallelen Strichlagen akzentuiert. Die mit ihrer Violine nach rechts gewandte Violinistin füllt die linke Bildhälfte als Dreiviertelfigur völlig aus, rechts von ihr nur die äußerst vage Andeutung einer Zuhörerin. In dieser Variante erscheint links eine Vase mit Strelizie, dafür ist die Musikerin leicht nach rechts in die Mitte gerückt. Bei der Geigerin handelt es sich um Lotte Kraft-Rohner, deren Mann Hans Rohner gut mit Kirchner befreundet war. Beide standen Kirchner Modell.