Details

Dube L 176.

Literatur:
Sabarsky, Serge, Druckgraphik des Deutschen Expressionismus, Herford 1984, Nr. 14, mit farb. Abb. S. 108.

Provenienz:
Sammlung Dr. Wilhelm Friedrich Arntz (1903-1985), Haag/Oberbayern;
Sammlung Serge Sabarsky (1912-1996), New York.

Beschreibung

Am unteren Blattrand handschriftlich betitelt und bezeichnet.
Erich Heckel und die Künstler der „Brücke“ rebellieren gegen die bürgerlichen Lebensformen und tradierten Kunstauffassungen, ihr Streben gilt der Suche nach einem neuen Ausdruck der Kunst. Inspiration und Anregungen finden sie zum einen in außereuropäischen Kulturen, zum anderen in der Welt des Theaters und des Zirkus. „Die Akteure aus Varieté und Theater waren ebenfalls Künstler und lebten ein Dasein fern der Konventionen, in der schillernden Sphäre von Abend und Nacht, im bunten Zwischenstadium von Schein und Sein. So ist die geradezu magische Faszination der jungen ‚Brücke‘-Künstler für diesen Motivkreis keine Überraschung. (…) Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel besuchten in Dresden mit Begeisterung und großer Häufigkeit Varietétheater, wie den ‚Wintergarten‘, das ‚Flora-Varieté‘ oder das ‚El Dorado‘ sowie die Zirkusse Schuhmann und Sarrasani.“ (Janina Dahlmanns, in: Ausst.-Kat. Brücke. Die Geburt des deutschen Expressionismus, Brücke-Museum, München 2005, S. 319 ff.). Vor Ort skizzieren die Brücke-Künstler die Akrobaten und Tänzerinnen und verarbeiten diese Eindrücke in zahlreichen Gemälden, Aquarellen und Druckgraphiken. Wie tief diese Verbindung zum faszinierenden Theatermilieu über die künstlerische Anregung hinaus, geht, zeigt sich darin, dass Heckel 1911 die Tänzerin Sidi Riha heiratet und auch Kirchners langjährige Lebensgefährtin Erna Schilling Tänzerin ist. – Farben etwas blass. Lichtrandig gebräunt, leichte Fleckchen, geringfügige Randläsuren, sonst gut.