Oswald Achenbach

Blick in den Garten der Villa d´Este in Tivoli

Beschreibung

Der Name Achenbach hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts europaweit einen bemerkenswerten Klang. Während Oswalds Bruder Andreas mit Marinebildern und nordischen Landschaften Berühmtheit erlangte, prägte Oswald wie kein anderer das Italienbild seiner Generation. Seit den 1840er Jahren hielt er sich wiederholt in Italien auf und ließ sich durch die dort empfangenen Eindrücke zu seinen überwältigenden Inszenierungen inspirieren. Überwältigend nicht nur im Format, auch in der atmosphärisch dichten Lichtführung und malerischen Brillanz, mit der Aschenbach das Erbe der Romantik überwindet und den Deutschrömern Böcklin und Feuerbach den Weg ebnet. Mit diesen Inszenierungen begeistert Achenbach europaweit ein touristisches Publikum – im Fokus seines Interesses stand dabei u. a. die berühmte Villa d’Este im nur wenige Kilometer östlich von Rom gelegenen Tivoli. Schon seit ihrer Entstehung im ausgehenden 16. Jahrhundert Anziehungspunkt für zahlreiche Künstler, machte Achenbach sie zur Bühne seiner stimmungs- und effektvollen Malerei. Auf unserem Gemälde von oben herab aufgenommen, nah und fern zugleich, distanziert und vertraulich, beobachtet Achenbach zwei Damen auf ihrem Weg durch den Park der Villa. Wie dabei Achenbach die Vertikalität der Zypressen mit der Diagonalen des Weges verschränkt, gleichzeitig die obere Terrasse angeschnitten ins Bild rückt und so die verschiedenen Bildachsen betont – das ist eine machtvolle Inszenierung und großes Theater.