Details

Die Echtheit der vorliegenden Arbeit wurde von Pierre Vasarely bestätigt. Das Werk wird von der Fondation Vasarely, Aix-en-Provence in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde von Victor Vasarely aufgenommen.

Provenienz:
Galerie Denise René, Paris, verso mit dem Etikett;
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Die Galerie Denise René in Paris, von der die Arbeit „Meride+“ ursprünglich stammt, war über Jahrzehnte Victor Vasarelys wichtigste Galerie. 1955 war dort unter dem Titel „Mouvement“ eine Ausstellung zu sehen, an der Künstler wie Yaacov Agam, Alexander Calder, Jesus Rafael Soto, Jean Tinguely und eben auch Vasarely beteiligt waren. Alles Künstler, die sich, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise, mit kinetischer Abstraktion befassten. Die zentrale Frage war damals, wie es gelingen könnte, Bewegung in die Kunst zu integrieren. Vasarely setzt an Stelle der tatsächlichen, durch mechanische Mittel zustande kommenden Bewegung, wie sie bei Tinguely oder Calder zu finden ist, eine, die durch die Täuschung des Auges nur suggeriert wird. Diese Bewegungssuggestion bleibt letztendlich immer von der Bewegung des Betrachters abhängig. In den 1950er und frühen 1960er Jahren findet häufig eine bewusste Reduktion auf Schwarz/Weiß als besonders wirksames Mittel für einen kontrastierenden Bildaufbau statt. Sie resultiert unter anderem aus Vasarelys Leidenschaft für Fotogramme, in denen er Gegenstände bzw. Strukturen direkt auf lichtempfindliche Platten legt. Diese geben dann nach der Entwicklung den Umriss dieser Struktur als Positiv/Negativ oder als Überlagerung wieder. Wie in „Meride+“ wird der Schwarz-Weiß-Kontrast in den frühen multidimensionalen Strukturen immer auch um das Vexierspiel von Fläche zu Raum und Fülle zu Leere ergänzt. Die Mobilität des Sehens wird vorausgesetzt und ermöglicht dafür eine unbegrenzte Zahl an Seherlebnissen.