Carlo Carrà

La capanna sulla spiaggia

Details

Carrà III 3/51.

Literatur:
Villani, Dino (Hrsg.), 800 pittori allo specchio. Il romanzo di una raccolta, Mailand 1971, S. 46.

Provenienz:
Sammlung Dino Villani, Mailand, verso mit dem Etikett; Privatsammlung, Italien.

Beschreibung

Carlo Carrà ist eine Schlüsselfigur der italienischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Nach seiner intensiven Beschäftigung mit dem Futurismus beginnt er schon 1915, sich von den futuristischen Ausdrucksformen und Themen abzuwenden, um sich an den italienischen Meistern des Trecento und an Henry Rousseau zu orientieren. Nun entstehen Stillleben und Interieurs in vereinfachten Formen, die die Realität der Alltagsgegenstände betonen. 1917 gründet er gemeinsam mit De Chirico und dessen Bruder Alberto Savinio die Schule der Pittura Metafisica, deren Kunst sich durch traumartige Darstellungen, eingefroren in völliger Bewegungslosigkeit, auszeichnet. In Carras Werken stehen die gesichtslosen hölzernen Puppen dabei für den entfremdeten orientierungslosen Menschen in der Nachkriegszeit.
Beeinflusst von Giotto wandelt sich Carras metaphysische Malerei ab 1919 zunehmend in eine archaisch geprägte Kunst. Dabei wird der Rückgriff auf das reduzierte Formenvokabular der frühen florentinischen Meister und die formale Strenge zu einem Grundmerkmal Carràs Malerei.
In der späten Schaffensphase des Künstlers steht die Landschaft im Fokus seines Schaffens. Die Arbeiten aus dieser Zeit sind geprägt von einfachen kompositorischen Mitteln und von reduzierten Bildelementen (wie z.B. der Mensch, ein Haus, ein Boot oder ein Baum). Die Wirkung dieser einfach ausgeführten Dinge wird noch mit den vorwiegend matten und gedeckten Farbtönen verstärkt.